
Wir haben lange keinen klassischen Heavy Metal in unserer CD-Review-Rubrik gehabt, aber wenn bei mir eine österreichische Kapelle anfragt, die sich bereits 1979 gegründet hat, dann ist mein Interesse geweckt. Denn über die traditionelle Metal-Szene jenseits der Alpen bin ich ziemlich dünn informiert. Entsprechend unvoreingenommen lege ich "Cut A Long Story Short" von SPEED LIMIT in den CD-Player ein.

Wir hatten ja bereits letzte Woche Death Metal mit Kriegsthematik und bleiben auch diese Woche in dieser Nische. WARFIELD WITHIN ist allerdings im Gegensatz zu REALM OF CHAOS eine durchaus etablierte Band, die seit knapp 18 Jahren existiert (mit einer längeren Unterbrechung zwischen 2013 und 2019). Diesen Monat ist ihr zweites Album "Beast Inside" erschienen, was den ersten Release seit der Reformierung darstellt. Was die Scheibe kann, schauen wir uns heute genauer an.

BOLT THROWER ist zwar Geschichte, aber ihr Eindruck auf die Death-Metal-Szene ist immer noch enorm. Der beste Beweis dafür sind Kapellen wie REALM OF CHAOS. Diese noch unbekannte Truppe aus Rheinland-Pfalz hat gerade ihre Debüt EP "Vanguard" veröffentlicht und atmet den Sound der britischen Legende.
ABOLISH wollte ich schon eine ganze Weile behandeln. Denn türkischen Old-School Death Metal mit einer Frontfrau am Mikro flatert mir auch nicht alle Tage ins Postfach. Ihr Debütalbum "…From The Depths" erscheint gleichzeitig aber auch in einer Zeit, in der die meisten Hörer vom klassischen OSDM-Sound ziemlich übersättigt sind. Ob es dem Quintett aus Ankara dennoch gelingt aus der Masse herauszustechen, wollen wir uns heute einmal genauer anschauen.

Long Time, No See! Knapp ein Jahr nach der selbst-betitelten EP sind die okkult Musikschaffenden aus Norditalien wieder da und legen ihre Debüt-Full-Length "Sublimis Ignotum Omni" vor (zu Deutsch "Das Erhabene, das allen unbekannt ist"). Ob und wie sich DEAD CHASM seit dem letzten Release entwickelt haben, will ich mir heute genauer anschauen.

Mir geht die aktuelle Verwendung des Begriffs "Post Black Metal" ziemlich auf den Sack. Ganz ehrlich! Anfang der 2010er beschrieb der Begriff vor allem eine musikalische Fusion aus Postrock und Black Metal, was ja auch logisch ist. Heutzutage allerdings fällt einfach jede Band darunter, die sich vor allem den optischen Konventionen der schwarzmetallischen Tradition verschließt und sich auch lyrisch breiter (beziehungsweise meist lebensnäher) aufstellt. Die musikalische Dimension ist da für viele Rezipienten Nebensache. Das ist furchtbar schade! Denn viele Black-Metal-Hörer werden von diesem Label vor allem eins: abgeschreckt, und das obwohl unter diesem Sammelbegriff viele Truppen zu finden sind, die keineswegs verwässerten Extreme Metal für Sozialpädagogen spielen. In diesem Sinne, lasst uns einmal über FLESIA und ihren aktuellen Release "Essenz I/II" reden.

Bands, die auf den Namn VICTIM hören gibt es viele, aber nur eine kommt aus Weimar und spielt Thrash Metal. Seit 2007 gibt es das Trio aus Thüringen bereits, aber nach einigen EPs, Demos und co ist "Planet Of Graves" tatsächlich ihr erstes Full-Length-Album, das letzten Dezember herausgekommen ist. Da stellt sich natürlich die Frage, ob sich das lange Warten gelohnt hat.