Freitag, 5. Juni 2015

Revisited-Review: Haemoth "In Nomine Odium"

Da gestern etwas Neues online getsellt wurde, gibt es heute ein Konserven-Review, das wir stilistisch überarbeitet haben. Heute führt uns die Zeitreise in das Jahr 2011. Genauer gesagt in den November, als Debemur Morti Productions "In Nomine Odium" von HAEMOTH veröffentlicht haben. Der ehemalige Kollege Yoek war vor knapp vier Jahren schwer begeistert von diesem unorthodoxen Release aus Vernouillet, aber berücksichtige auch seine Zwiespältigkeit.
Es ist schon eine etwas längere Zeit her (das letzte Album veröffentlichte man 2004 - dem 2005 noch eine EP folgte), dass HAEMOTH aktiv waren, aber jetzt melden sich die Franzosen Anfang November 2011 mit ihrem dritten Langeisen
"In Nomine Odium" zurück. Konsequent und mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch geht es auf dem neuen Teil des Duos tüchtig zur Sache, denn die sieben Songs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 45 Minuten sind mit Sicherheit nichts für Weicheier, hier wird schon recht ordentlich geprügelt und geknüppelt, das einem die Fetzen nur so um die Ohren fliegen. Eiskalter, roher, traditioneller Black Metal mit einem schon sehr schwedischen Schlag, bei dem ganz ordentlich Gas gegeben wird, das ungestüm und mit blasphemischer Raserei, natürlich gibt es auch Atempausen in denen teilweise meist düstere, dramaturgisch-wirkende und schleppende Passagen eingebaut wurden, diese sind aber oft nicht von allzu langer Dauer, nicht ganz leicht verdaulich und der nächste Wutausbruch ist somit auch programmiert. HAEMOTH geht auf "In Nomine Odium" mit Sicherheit ihren eigenen Weg, der wohl in der Szene auch mit recht gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen werden wird. Ich sag es mal so, der eine kommt damit klar, der andere nicht, der eine wird es mögen, der andere es eher mehr als überflüssigen Müll betrachten (Anmerkung der Redaktion: Diese Aussage passt so ziemlich auf jede Scheibe, die in der Metal-Szene bisher erschienen ist). Ich, aus meiner Sicht, finde dieses Album genial, auch wenn es manchmal etwas monoton und verwirrend einiges dargeboten wird, keine leicht verdauliche Kost die etwas genauer betrachtet werden sollte. 
Eingeläutet wird das Album durch ein etwas von der Länge überzogenes Intro, womit man aber auch eine  düstere Stimmung und Atmosphäre erschafft und es sich schon erahnen lässt, was hier auf den Hörer zu kommt .Mit Double-Bass und Blast Gewittern werden meine Gehörgänge malträtiert, wobei das Trommelfell schon arg leidet, aber auch in Verzückung mit bebt, dazu sägende, auch mal etwas verzerrte Riffs, die einiges abverlangen und tüchtig ins Mark gehen. Dem aber nicht genug: HAEMOTH prügelt zwar wie die Sau und das auch recht gekonnt, doch kann mich auch ihre teilweise etwas Industrial angehauchten Einlagen vom Hocker hauen, gekonnt angehängt verarbeitet wird es nie langweilig und für Spannung wird auch genug gesorgt, was auch einigen doch recht düsteren Passagen zu verdanken ist, die dem Album einen gewissen Kick geben. 

Zwar ist "In Nomine Odium" im Gesamten gesehen etwas gewöhnungsbedürftig, auf seine eigene Art aber auch nur genial. Nicht jeder wird das mögen, aber es ist eine mehr als willkommene Abwechslung   ohne den schwarzmetallischen Spirit missen zu lassen. Mein einziger Kritikpunkt ist der Gesang, der zwar keifend wie bei vielen Black-Metal-Bands ist, aber hier einige Male doch recht künstlich verzerrt wird, was nicht immer gut ankommt, dem Gesamtbild tut das aber fast keinen Abbruch.
Wie gesagt, der eine wird es mögen, der andere nicht, mir persönlich gefällt das Teil gut und ich kann es jeden nur empfehlen der was mit Bands wie DARK FUNERAL, SETHERIAL aber auch GORGOROTH anfangen kann, auch wenn HAEMOTH schon etwas anders klingen, am besten an testen

8,5  von 10 Punkten

[Yoek]

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