Freitag, 21. September 2018

Reingehört: Mein Kopf ist ein Brutaler Ort "Selbstmitleitkultur"

Es ist heute mal wieder an der Zeit sich um den Frankfurter Untergrund zu kümmern. Denn die Lokalhelden von MEIN KOPF IST EIN BRUTALER ORT veröffentlichen heute ihren neuen Longplayer "Selbstmitleitkultur", der nach "Brutalin" das bereits zweite Album der Groove-Metaller darstellt.
Auch auf diesem Release bleibt man dem eigenen Konzept treu. Man mischt Groove und Thrash Metal mit ein wenig Hardcore und Stoner Rock und ergänzt den Mix um Lyrics in deutscher Sprache. Gerade der letzte Aspekt dürfte auch dieses Mal wieder die Musikfreunde spalten. Allein die sozialkritischen Texte in
unserer Heimatsprache sind nicht jedermanns Sache. Allein die Gesangssprache in Verbindung mit harten Gitarren erinnert nämlich viele Hörer an Deutschrock- und NDH-Kapellen. Das ist natürlich Quatsch! Der Sechser hat stilistisch mit beidem nicht viel zu tun. Der Sound ist deutlich stärker mit PANTERA und PRONG verwandt, wobei die Hessen noch bissiger und grooviger daherkommen als diese Referenzen. Ich als Limburger wiederum muss vor allem an BOILER denken, die auch aus der Domstadt kommen und einen ähnlichen Kurs fahren (teilweise auch was die sozialkritischen Texte angeht). Fans von MEIN KOPF IST EIN BRUTALER ORT werden bemerken, dass "Selbstmitleitkultur" ein deutlich ausgereifteres Song-Writing als sein Vorgänger besitzt und die Strukturen anspruchsvoller geworden sind. Dennoch sind die einzelnen Titel brachial und auf den Punkt genug, um live entsprechend einzuschlagen. Das neue Material, das es ungefähr auf eine Dreiviertelstunde bringt, nimmt keine Gefangenen und geht direkt stark nach vorn, was auch der satten Produktion und der deftigen Riffarbeit zu verdanken ist.

Insgesamt  ist das Zweitwerk der Frankfurter genau die richtige Platte für alle, die nach einer fetten Groove-Walze suchen, die nicht zwangsläufig im Death Metal wildert, aber dafür etwas zu sagen hat. MEIN KOPF IST EIN BRUTALER ORT ist eine Band, die sich nicht für Konventionen interessiert und (wie eingangs erwähnt) kein Problem hat verschiedenste Genre-Einflüsse in das eigene Klanggebilde zu integrieren. Wem das alles zu wild ist und wer lieber klare Genre-Grenzen hat, braucht hier gar nicht reinzuhören. Für alle anderen ist diese Platte eine mehr als spannende Angelegenheit.
Seit dem 21. September 2018 gibt es den Dreher bei Timezone Records.

[Adrian]

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