Donnerstag, 28. Mai 2015

Throwback Thursday: Weapon "From The Devils Tomb"

Donnerstag ist Rückschautag! Wir blicken erneut einige Jahre zurück und landen mal wieder im Jahr 2010. Damals haben die nordamerikanischen Krachmacher von WEAPON ihr zweites Album "From The Devils Tomb" veröffentlicht und Kollege R. Anonymus war damals so begeistert von dem Longplayer, dass er jeden einzelnen Titel besprochen hat. Der Dreher kratzt deswegen auch zu Recht an der Höchstwertung. Ein Klassiker von Agonia Records.
Die Kanadische Band WEAPON wurde im Jahr 2003 gegründet und bringt mit "From The Devils Tomb" ihr zweites Full-length Album auf den Markt. Den geneigten Hörer erwartet mit dieser CD eine wuchtige Black/Death Granate, die einen mitzureißen weiß!
Schon mit dem eröffnenden Titeltrack wird die Marschrichtung des Albums vorgegeben. Nach einem kurzen orientalisch anmutenden Intro setzen die wuchtig vertonten Gitarren ein und kreieren zusammen mit der donnernden Bass-Drum einen zäh fließenden Sound, der sich wenige Augenblicke später in einen reißenden Strom verwandelt. Über diesem herrlich, aggressiven Geballer erhebt sich die giftig röchelnde Stimme von Vetis Monarch. Doch trotz der aggressiven Vorgehensweise der Kanadier, werden melodische Elemente in den Song eingebaut, der auch mit einigen Tempowechseln zu begeistern weiß. Der zweite Song 'Vested in Surplice, and Violet Stole' ist genauso druckvoll und intensiv gehalten wie der eben beschriebene Track. Hier werden dem Hörer gehörige Blast-Attacken um die Ohren geschleudert und die Struktur wird ab und an durch gediegenere Passagen und mit eingängigen Gitarrensoli durchbrochen. 'Furor Divinus' ist ein kurzer hasserfüllter Einschub, der rasend und teuflisch aus den Boxen bricht. Ein chaotisches und vor Hass triefendes Machwerk, welches allerdings nicht so abwechslungsreich gehalten ist, wie die vorherigen Songs. Das darauf folgende 'Vortex – 11724' ist etwas schleppender gehalten. Besonders bei niedrigerem Tempo kommen die wuchtigen Gitarren richtig zur Geltung und machen Lust auf mehr. Allerdings wird auch hier das Tempo immer weiter angezogen und mit interessantem Gitarrenspiel angereichert. Das fünfte Prachtstück auf diesem Silberling hört auf den Namen 'LEFTHANDPATHYOGA' und kommt im Gegensatz zu den anderen Stücken ohne Gesang und instrumentale Raserei aus. Dieses Stück ist sehr gefühlvoll geschrieben und auch die Gitarrenarbeit sorgt für eine dichte Atmosphäre. Hier ist eine kleine Verschnaufpause angesagt.

Nach dieser kurzen Ruhepause folgt einer meiner Favoriten auf diesem Album. Der Track 'The Inner Wolf' kommt schleppend aber verdammt fett aus den Boxen gekrochen. Untermalt wird die erste Passage mit seltsamen Chören, die mich am Orient erinnern. Angeschlossen wird ein aggressiver, leicht chaotischer Part, der von einer röchelnden, fast beschwörend klingenden Stimme begleitet wird. Dieser Teil geht in eine treibende Walze über, die von einer klaren murmelnden Stimme begleitet wird, um später in einen unglaublich nackenmuskelbeanspruchenden Part überzugehen, dass man kaum genug davon bekommen kann. Der siebte Track namens 'Sardonyr' startet mit einem orientalisch anmutenden Intro um sofort darauf in ein donnerndes Getöse auszubrechen. Nachdem sich das Chaos langsam wieder auflöst setzt wieder orientalisches Geklimper ein, was sich durch ein äußerst gelungenes Schlagwerk und geschickt eingesetzte Gitarrenriffs zu einem mitreißenden, drückenden Riff verwandelt um nach und nach orientalisch auszuklingen. Der Song 'Trishul' gestaltet sich eher schleppend und atmosphärisch. Er kann den Hörer durch den guten Einsatz der Instrumente und dezent eingespielte Chor-Einsätze in seinen Bann ziehen. Die Solos, die hier geboten werden, passen äußerst gut zum Riffing und tragen außerordentlichen zur Atmosphäre bei. Vor allem der im Downtempo gehaltene Bereich gegen Ende prägt sich durch seine gefühlvoll gespielten Soli ein. Abschließend wird dem Hörer noch das Monstrum 'Towards The Uncreated' um die Ohren gehauen. Auch hier kann ich wieder sagen, dass alle Instrumente und vor allem auch die Stimme äußerst gekonnt eingesetzt werden. Hier wechselt sich ungebändigtes Chaos mit melodischen und getragenen Passagen ab. Ein sehr gelungener Abschluss für ein absolut geniales Album. Ich bin begeistert!
Dieses Album weiß durchgehend zu überzeugen. Die Songs sind sehr abwechslungsreich und intelligent aufgebaut, sodass  es dem Hörer niemals langweilig wird. Alle Mitglieder dieser Band können verdammt gut mit ihren Instrumenten umgehen und erschaffen einen sehr drückenden Sound, von dem man gar nicht genug kriegen kann. Einen Haken hat das Album aber doch: Es ist viel zu schnell vorbei.

9,5 von 10 Punkten

[R. Anonymus]

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