Montag, 22. Dezember 2014

CD-Review: Nojia "Gheist"


Wer ein Geschenk auf den letzten Drücker braucht und dennoch etwas Exklusives verschenken will, sollte die EP von NOJIA ins Auge fassen. Denn die Franzosen stellen mit ihrer neuen EP "Gheist" das perfekte Präsent für alle Downtempo-Jünger und Avantgardisten dar.
Allerdings sollte man vorneweg klar stellen, dass trotz der
Bezeichnung "EP" hier immerhin eine Spielzeit von mehr als einer halben Stunde auf den Hörer wartet. Andere Kapellen würden uns so etwas als ganzes Album verkaufen und den vollen Preis verlangen, aber die Westeuropäer bleiben dagegen lieber bodenständig. Musikalisch bewegt sich das Quartett auf instrumentalen Pfaden und verzichtet auf jegliche Form von Gesang. Neben langsamen und atmosphärischen Passagen, die zum Teil mit Klavier oder Noise-Elementen unterlegt wurden, gibt es auch eine Menge brachiale Momente, die mal an OPETH und mal an OMEGA MASSIF erinnern. Auf eine sehr ausdrucksstarke Art und Weise schaffen es die drei sehr langen Tracks, den Geist des Hörers mit auf eine Reise zu nehmen, die mal einem sanften Schweben gleicht und mal einer Achterbahnfahrt durch wilde Turbulenzen entspricht, der letzte Song 'Sama' ist hierfür ein besonders gutes Beispiel, auch wenn er sich gegen Ende ganz ruhig verabschiedet und sehr behutsam ausklingt, ist der Weg dahin doch voller harter Momente und satter Ausbrüche.


Insgesamt ist "Gheist" ein tolle EP geworden, die dem G(h)eist der französischen Post-Metal-Szene mehr als gerecht wird. Diese Musik ist zwar nicht der härteste Metal, aber ist eine herrliche Platte, um sich eine halbe Stunde lang treiben zu lassen. Wer lieber ein Blast-Beat-Gewitter hören will, sollte sich eine andere CD aus dem Regal schnappen. Denn NOJIA erfüllen einen ganz anderen Anspruch. Für Musik-Gourmets ist "Gheist" genau die richtige Kost, gerade jetzt in der besinnlichen Zeit zwischen den Jahren, kann man diese Truppe besonders gut hören.
Die EP kommt in zwei seidenartigen Digipak-Versionen (kupferbraun und blau) und ist jeweils auf 99 Stück limitiert. Hier sollte man möglichst schnell zugreifen, wenn man diesen Geheimtipp nicht verpassen will.
Seit 30. Oktober ist diese Scheibe direkt über die Band erhältlich (oder auch als günstiger Download bei Bandcamp).

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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