Montag, 3. November 2014

CD-Review: Revel in Flesh "Death Kult Legions"



Sie sind zurück! Die schwedischen Schwaben von REVEL IN FLESH sind einmal mehr zurückgekehrt um uns mit fiesem Schwedentod den Weg heimzuleuchten. "Death Kult Legions" bildet das nunmehr dritte Album, das bei ihrem neuen Label Cyclone Empire erscheinen wird.
Große Änderung sollte man deswegen aber nicht erwarten. Der Sound ist immer noch genauso skandinavisch wie man von dem Gmünder Geschwader her kennt und auch der Mix wurde wieder von Todesblei-Legende Dan Swanö übernommen. Für das Artwork war mit Juanjo Castellano  ebenfalls wieder eine Szene-Ikone am Werk, die auch bereits Cover für DISCREATION, PAGANIZER oder AVULSED angefertigt hat. Bereits der Opener 'In The Name Of The Flesh' ist ein grandioser Wellenbrecher, der mit fiesem HM2-Sound und dichtem Soundteppich eine geradezu morbide Atmosphäre erzeugt. Trotz aller Brutalität fügen sich aber die singenden Gitarrensoli (wie das in 'When Glory Turns To Ruin') wunderbar ins Gesamtkonzept ein. Das Solo in 'Graveyard Procession' wurde übrigens von dem bereits erwähnten Dan Swanö eingespielt, was diesem Titel eine ganz besondere Magie verleiht. 

Zugegeben, bei den ersten Durchläufen bleibt das Album noch etwas hinter den beiden Vorgängern zurück. Aber umso häufiger sich der Silberling im Player dreht, umso mehr verliebt man sich in die elf Songs. Allein der Gitarrenlauf im Chorus ist so mitreißend, dass man sich recht schnell dabei erwischt wie man ihn mit summt. 
Ebenfalls dazu verdammt im Gedächtnis zu bleiben ist 'Hurt Locker', der weniger nach Stockholm und mehr nach Holland klingt. Abgesehen vom Gesang erinnert hier der Beat an das "Deathhammer"-Album von ASPHYX. Eine willkommene Abwechslung, die beweist, dass die Süddeutschen nicht starr und unbeweglich sind, sondern ihren Stil auch um so manches Detail erweitern können. Diese Eigenschaft sollte sich der Schwabenfünfer unbedingt bewahren! Denn mit 'Frozen Majesty' gibt es einen Song, der etwas zu sehr an bereits bekannte Stücke der Band erinnert und kurzzeitig für einen leichten Spannungsabfall sorgt. Allerdings zieht das letzte Drittel der Scheibe mit der (leicht doomigen) Dampfwalze 'Cryptcrawler' ganz bewusst die Handbremse, um mit 'As Souls Descend' im Anschluss einen weiteren Gang zurückzuschalten. Wer jetzt allerdings denkt, dass die Scheibe nun auf kleiner Flamme vor sich hin wabert und den Hörer langsam hinausbegleitet, liegt falsch. Mit einer Extreme-Metal-Interpretation des MANILLA-ROAD-Songs 'Necropolis' verabschiedet sich der Opus äußerst furios, die einerseits sehr aus dem restlichen Material heraussticht, aber andererseits sehr adäquat in den Stil der Band übertragen wurde (einfach klasse ist hier ein weiteres Mal das Gitarrensolo geworden).


Alles in allem haben es Haubersson und Co mal wieder fertiggebracht eine starke Full-Length zu fabrizieren, die einige Neuerungen enthält und sich doch nicht zu sehr vom klassischen Grundthema entfernt. Technisch auf hohem Niveau und authentisch wie Hölle, blasen die Baden-Württemberger, nach bereits vier Split-Singles im laufenden Jahr, zum letzten Angriff 2014. Jeder Metal-Traditionalist sollte sich diese Scheibe zu Gemüte führen, denn REVEL IN FLESH gehören neben Truppen wie WOUND, OBSCURE INFINITY oder auch CHAPEL OF DISEASE definitiv zum Besten, was die deutsche Death-Metal-Bewegung in den letzten zehn Jahren hervorgebracht hat. In diesem Sinne: Join the "Death Kult Legions"!
Am 05. Dezember erscheint bei Cyclone Empire dieser unverzichtbare Hassbatzen!

9 von 10 Punkten

[Adrian]

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