Donnerstag, 30. Oktober 2014

CD-Review: Cycle Beating "The Age Of Depression"



Der Waschzettel, also das Infomaterial vom Promoter, kündigt Bands ja gerne mal gerne vollmundig an. Bei CYCLE BEATING allerdings geht die Lobhuldelei beim Besten Willen durch die Decke. So wird das Debüt "The Age Of Depressionals Monster angekündigt, das das zentrale Nervensystem angreifen würde, und proklamiert weiter, dass man sich vor den Riff-Lawinen in Sicherheit bringen müsste, wenn die Truppe loslegt. Aha. Nun gut, dann wollen wir mal schauen, ob wir die Spielzeit von knapp 40 Minuten lebendig überstehen.
Der Auftakt ist jedenfalls nicht schlecht. Der Opener entpuppt sich als gefälliger

Extreme Metal mit einer Extraportion Thrash- und Groove-Schlagseite. Anders als die Beschreibung würde ich die Badener aber eher dem modernen Death Metal zuordnen. Die Shouts sind sehr growl-lastig und auch die Riffs tönen etwas tiefer als bei anderen Thrash-Kapellen. Anders als bein reinen Death-Kapellen gibt es hier auch immer wieder eine Menge melodische bis proggige Core-Ausflüge (zu beobachten zum Beispiel in '254'), was den Sound insgesamt für eine breitere Masse leicht verdaulicher macht und auch das Jungvolk ansprechen dürfte, was sich sonst eher für Bands wie CALIBAN und CATARACT begeistern kann. Denen dürften auch andere HC-Elemente wie Gangshouts und Breakdowns zusagen, die mir wiederum etwas auf den Nerv gehen, weil sie von Lied zu Lied immer penetranter werden (ganz schlimm zum Beispiel in 'Still Sober') und ab 'Wrong Path' kaum noch auszuhalten sind (der Name des Songs ist wohl Programm). Dieser Titel hat zwar auch noch andere nette Passagen zu bieten, aber tut sich gerade mit den Breakdowns keinen Gefallen. Leider rückt man auch im weiteren Verlauf nicht von diesem Konzept ab und bleibt der leicht verwässerten Linie treu, die (abseits von progressiven Einschüben) an das erste  oder zweite Album von MISERY SPEAKS erinnert.



Insgesamt verliert das Album von Song zu Song an Kraft und dem "vierköpfigen Ungeheuer" geht tüchtig die Puste aus. "The Age Of Depression" wäre mit mehr straighten und geradlinigen Songs ein richtig gutes Album geworden, aber macht sich mit Core-Stereotypen und unnötigen Gitarrengewichse eine Menge kaputt. Die ersten und auch mit Abstrichen die letzten Songs beweisen, dass sich hinter CYCLE BEATING keine technischen Stümper verbergen. Mit ein wenig gutem Willen könnte man die Death'n'Rollige Marschrichtung von Legenden wie ENTOMBED einschlagen und so richtig fette Tracks fabrizieren. So reicht es aber bisher leider nur fürs Mittelmaß. Schade.
Seit 7. November kann man die Scheibe über TWS Music beziehen.

5 von 10 Punkten

[Adrian]

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