Montag, 14. September 2020

CD-Review: Revolting "The Shadow At The World's End"

Rogga Johansson ist ein Death-Metal-Veteran, der seit vielen Jahren die schwedische Szene mit immer neuen Old-School-Geschossen versorgt. Wie er das macht? Indem er mehr Bands und Projekte betreibt als viele Metaller Platten im Schrank stehen haben. Neben PAGANIZER gehört REVOLTING in diesem Zusammenhang zu seinen langlebigsten Aktivitäten und ist für mich persönlich auch seine spannendste Arbeit. Kein Wunder, dass ich mich bereits zweieinhalb Monate vor Release gezwungen sehe das neue Album "The Shadow At The World's End" zu rezensieren.

Vorab ein kleiner Disclaimer: erwartet hier kein ultra-objektives Review. Ich bin seit dem vierten Album "Hymns Of Ghastly Terror" ein riesiger Fan von diesem Projekt. Die düsteren Melodien, die Horrorthematik zwischen Lovecraft und Poe  und die nach Verwesung riechende Atmosphäre treffen bei mir genau ins Schwarze. Im
Grunde hat sich die Band über die Jahre kaum verändert und ich bin ihnen sehr dankbar dafür (allein beim Opener 'Defleshed' fühle ich mich gleich wie zu Hause). Denn was das schwedische Trio plus Songtexter Desmond Root immer wieder auf den Plattenteller zaubert ist für das was es sein will einfach perfekt! Ich liebe es wenn die Riffs gespenstisch aufheulen (siehe 'Sorrow As Companion') und das Drumming sich satt und mächtig über den rollenden Beat legt. Die bellenden Growls von Rogga passen hier perfekt ins Bild und verleihen dem ohnehin schon charakterstarken Bandsound noch mehr Tiefe. Was diese Band für mich so sehr von anderen Swe-Deathern abhebt, vermag ich gar nicht so leicht zu sagen. Denn in vielen Belangen bewegen sie sich in einem ähnlichen Fahrwasser wie ENTRAILS, VOMITORY oder auch REVEL IN FLESH (der schwedischsten Band Schwabens). Aber REVOLTING hat neben diesen tiefen, horrormäßigen Gitarren auch noch diese dezent schwarze D-Beat-Note, die fast jeden Song unterschwellig zum rocken und grooven bringt ('Dragged Back To The Cellar' ist dafür ein gutes Beispiel). 


Es ist schon eine Weile her, dass mich ein Old-School Death Metal Release so sehr dazu hingerissen hat mich bewegen zu wollen, während ich ihn rezensiere, wie diese Promo. Das mag daran liegen dass 2020 nicht mehr im Zweiwochentakt OSDM-Alben mit HM2-Sound erscheinen oder REVOLTING bei mir einfach die richtigen Knöpfe drückt. Egal was es ist, ich kann jedem Elchtod-Freund nur eindringlich empfehlen "The Shadow At The World's End" mindestens einen Durchlauf zu gönnen. Ich verspreche euch es wird das beste sein, was ihr diesen Herbst in Sachen traditionellem Death Metal hören werdet. 
Ab 27.11.2020 gibt es den neusten Streich von Rogga Johansson in allen Farben und Formaten bei Transcending Obscurity Records zu erwerben.

10 von 10 Punkten

[Adrian]  

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