Samstag, 21. Dezember 2019

CD-Review: Ascend The Hollow "Echoes Of Existence"

Wie ihr vielleicht wisst werden etwa 99% aller Beiträge auf Totgehört von mir selbst verfasst. Da bleibt natürlich stets ein großer Backlog zurück von Scheiben, die ich entweder stark verzögert oder gar nicht rezensiere. Da es gegen Ende des Jahres meist etwas ruhiger wird mit neuen Releases, kann ich diese Zeit gut nutzen, um mich an meinen eigenen "Pile Of Shame" heranzuwagen. Bereits seit Juni liegt "Echoes Of Existence" auf diesem Haufen - dabei handelt es sich um das Debüt des irischen Kollektivs namens ASCEND THE HOLLOW, das aus der Vorgängerband XEROSUN hervorgegangen ist.
Wie gesagt, diese Band aus Dublin ist eigentlich gar kein Newcomer. Bereits seit
2003 macht das Quintett gemeinsam Musik und ich finde das hört man auch. Nicht nur weil die Band sehr eingespielt und stimmig klingt, sondern auch weil ihr Sound stilistisch extrem nach den 00er Jahren klingt. Wir haben als Grundzutaten sowohl Female Fronted Metal mit lieblicher Stimme als auch Melodic Death Metal mit wütenden Grunts (beides wird beigesteuert von der polnischen Sängerin Martyna - der Tochter von Dariusz Hałas, der wiederum mit LORD VADER in der 80ern zu den Vorreitern der polnischen Metal-Szene gehört hat). Darüberhinaus gibt es viel Synthesizer-Einsatz (mit dezentem Cybergoth-Einschlag) und Keyboard-Gebolze, was mich an Bands wie SCAR SYMMETRY und vor allem INTO ETERNITY erinnert. Aber warum sich nur beeinflussen lassen? Bei 'Sea Of Crisis' hat man sich mit THREAT-SIGNAL-Sänger Jon Howard und Ex-DARKEST-HOUR-Klampfer Kris Norris gleich zwei Größen der Melo-Death- und Metalcore-Landschaft ins Studio eingeladen - eine Kollaboration, die hörbar gut funktioniert. Ebenfalls gut gefällt mir der Einsatz von polnischen Lyrics zum Beispiel in 'Into The Black Eye' - diese Mischung aus Englisch und einer osteuropäischen Sprache klappt besser als man im ersten Augenblick denken würde (JINJER lassen grüßen).

Neben allen positiven Seiten gibt es auch Dinge, an dieser Platte, die mir weniger gut gefallen, wie zum Beispiel das Schlagzeug, dem man seinen Trigger ziemlich hart anhört, oder der stellenweise etwas zu sehr ins Poppige gehende Elektro-Kitsch - ich habe nichts gegen Melodien, aber auch im Melo-Death muss es Grenzen geben.  
Alles in allem gefällt mir "Echoes Of Existence" für das, was es ist, sehr gut. Es ist technisch, manchmal verspielt, immer wieder sehr elektronisch und gelegentlich stark todesmetallisch. Auch die Varianz der weiblichen Vocals macht mir eine Menge Spaß und die Gitarrenfraktion packt immer wieder schöne Kabinettstückchen aus. Wie bereits gesagt, übertreibt man es manchmal etwas mit der Gefälligkeit und dem Pop-Appeal, aber ASCEND THE HOLLOW spielt auf jeden Fall auf Augenhöhe mit Artverwandten Größen wie RAUNCHY oder DEADLOCK
Bereits seit 07.06.2019 gibt es diese Scheibe bei Dr. Music Records zu erwerben.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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