Sonntag, 27. Mai 2018

Reingehört: Legal Hate "Avoider"

Angela Gossow macht keine Musik mehr, HOLY MOSES hat seit Jahren nichts mehr veröffentlicht und CRIPPER löst sich Ende des Jahres auf. Das Angebot an aggressiven weiblichen Vocals im Spannungsfeld zwischen Thrash und Death Metal schrumpft. Da ist es geradezu ein Glücksfall, dass wir LEGAL HATE noch haben. Seit 2002 prügeln die sich mit ihrem Mix aus Extreme und Groove Metal unermüdlich durch den Untergrund und verdienen allein dafür eine Menge Respekt. Auf ihrem letzten Gig in Weinheim, wurde mir ihr noch aktuelles Album "Avoider" in die Hand gedrückt mit der Bitte darüber zu schreiben. Dies wollen wir hiermit gerne tun und einer kompetenten Kapelle aus dem Underground unseren Support zukommen lassen.
Unsere Unterstützung gibt es aber nicht kostenlos. Zuerst wollen wir mit
guter Musik unterhalten werden und auf diesem Gebiet kennen sich die Kollegen von LEGAL HATE aus. "Avoider" ist nämlich das bereits vierte Album der Gruppe aus Reinheim-Spachbrücken. Allerdings ist es die erste vollwertige Platte der Südhessen auf der Ex-Basserin Aline das Mikro übernimmt. Sie hat an dieser Position Ehemann Michael abgelöst, der sich damit voll aufs Gitarrenspiel konzentrieren kann. Aber egal ob weibliche oder männliche Vocals, man merkt schnell, dass LEGAL HATE eine in den 2000ern gegründete Kapelle ist. Musikalisch präsentiert man einen äußerst interessanter Bastard aus groovenden Death Metal und Stakkato-Thrash. Die fauchenden Screams der Frontfrau ergänzen dieses instrumentale Fundament wunderbar und treiben die Tracks rasant voran. Solltet ihr auf traditionellen Metal stehen und deswegen von den bereits genannten Attributen abgeschreckt werden, empfehle ich euch nicht zu vorschnell zu urteilen. Der Klang ist durchaus klassisch gehalten und scheppert ordentlich. Totproduziert oder getriggert wurde hier rein gar nichts. Wer dennoch noch immer nicht mit dem Dreher warm geworden ist, sollte in 'Blind' reinhören, wenn er unbedingt einen Hit braucht, um überzeugt zu werden.

Alles in allem ist "Avoider" ein Album, das gleich mehrere Wünsche auf einmal erfüllt: Brutalität? - Check! ... Groove? - Check ... Thrash? - Check! LEGAL HATE verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit und könnte die eingangs erwähnte Lücke im Extreme Metal füllen, die dabei ist zu entstehen. Ihr wollt authentischen Death Thrash in einer zeitgenössischen Umsetzung mit bissigen Female-Vocals? Dann schnappt euch diese Scheibe.
Bereits im Oktober 2016 erschien "Avoider" als Eigenproduktion.

[Adrian]

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