Montag, 2. April 2018

CD-Review: Gloson 'Grimen'

Nachdem die 2014 gegründeten Sludge-Metaller von GLOSON erst einmal alle anderen Release-Arten durchgemacht haben (sogar ein Live-Album), erschien letztes Jahr mit "Grimen" die erste richtige Full-Length der Schweden. Wie gut ihr mahlender Sound auf der vollen Distanz funktioniert, wollen wir heute herausfinden.
Sechs Songs und 50 Minuten Mühlstein-Metal sind die Ausgangsprämisse dieser Abrissbirne. Die gebauten Soundwände sind äußerst massiv und zeichnen sich durch feine Nuancen aus, die diese doomige Rifflawine vor allem im Subtext um
viele interessante Details bereichert, was in 'Fabulist' besonders gut beobachtet werden kann. Die Vocals bestehen aus tiefen, lang gezogenen Grunts, die perfekt zu den alptraumhaften Melodien passen. Da entsteht einerseits Gänsehaut aber auch das Bedürfnis nach ein wenig mehr Überraschungen. Man durchschaut nämlich bereits nach einem halben Durchlauf das Konzept des Song-Writings und bekommt in 'Antlers' eindeutig vor Augen geführt, das anders bei Avantgarde-Atmosphärikern wie BLUT AUS NORD hier weniger Brüche verbaut wurden. Die Songs sind zum Teil sehr erwartbar, aber hinterlassen trotzdem einen intensiven Eindruck. Denn dieser Dreher ist definitiv kein schlechtes Album und besonders mit 'Cringe' ist ein herrlich massiver Monolith gelungen, der vor allem einigen Schwarzheimern gefallen dürfte. Death Metaller wiederum sollten sich 'Specter' reinziehen, das auch durch seine kurzen Laufzeit (unter fünf Minuten) noch die meiste Dynamik und Brutalität aufweist.

Alles in allem ist "Grimen" ein sehr amtliches Sludge-Album geworden, dass viele starke Akzente, Arrangements und ein besonders einnehmende Wirkung entwickelt. Trotz der Erwartbarkeit und der zu seltenen Überraschungen kann die Qualität insgesamt doch überzeugen und eine Kaufempfehlung an alle Doom- und Sludge-Jünger kann bedenkenlos ausgesprochen werden. GLOSON erfüllt die Mission Debütalbum mit Erfolg.
Seit 13.02.2017 gibt es den Digipak bei Art of Propaganda Records.


7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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