Sonntag, 25. Dezember 2016

CD-Review: Iron Bastards "Fast & Dangerous"


Gestern wäre Lemmy Kilmister 71 Jahre alt geworden, wäre er nicht bereits vor einem Jahr von uns gegangen. Sein Erbe jedoch ist unsterblich und das beweisen vor allem die vielen jungen Truppen, die den metallisierten Rock'n'Roll des Briten am Leben halten. Besonders erwähnenswert ist dabei das französische Trio IRON BASTARDS. Bei den drei Herren schreit wirklich alles nach MOTÖRHEAD! Ein an sich starkes Konzept - aber funktioniert es auch auf Albumlänge? Finden wir es raus und begeben uns die Abgründe von "Fast & Dangerous".

Schneller, dreckiger Rock'n'Roll braucht kein Intro! Das ist ein Naturgesetz! Und so starten auch die eisernen Wechselbälger ihren Longplayer ohne lange Vorstellung. Der Titeltrack fällt mit der Tür ins Haus und tritt dem Hörer direkt in die Eier. Die Riffs sind energievoll, schnell und so geradeheraus wie man es nur sein kann. Die Reibeisenstimme von  Fronter und Bassist David Bour passt wie Faust aufs Auge und scheint für diese Art von Musik erschaffen worden zu sein. Das Allerbeste ist jedoch die Tatsache, dass das Album diese Ausrichtung konsequent beibehält und uns einen großartigen Rocker nach dem anderen beschert. Hierbei handelt es sich nicht um Leichenfledderei, sondern um authentischen Rock'n'Roll mit Attitüde und dicken Eiern.  Die Straßbourger machen nicht nur Spaß, wenn das Tempolimit überschritten wird, sondern zeigen mit 'The Wise Man', dass man auch bei niedrigeren Drehzahlen zu unterhalten weiß.

Zugegeben, das Konzept ist schon sehr stark auf Lemmy und Co ausgelegt, aber wenn man so sehr verstanden und verinnerlicht hat wie knackiger, kantenreicher Rock funktioniert, dann darf man sich auch gerne bei den Besten bedienen. IRON BASTARDS existieren erst seit drei Jahren und "Fast & Dangerous" ist auch erst ihr zweites Album, aber schon jetzt klingt die Troika eingespielt wie ein Haufen alter Hasen. Wem also Kapellen wie ROSE TATTOO oder die V8WANKERS schon immer das Schrauben an der eigenen Harley versüßt haben, wird sich hier wiederfinden. Reinhören sollte aber im Grunde jeder, der irgendwann einmal eine LP von MOTÖRHEAD in der Hand gehalten hat. Lemmy würde es auf jeden Fall tun!
Seit 9. Dezember gibt es diesen akustischen Arschtritt bei FDA Records.

9 von 10 Punkten

[Adrian] 

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