Samstag, 26. März 2016

CD-Review: Slaughterday "Laws Of The Occult"

Die Friesen von SLAUGHTERDAY sind zurück. Nach dem Mini-Album  "Ravenous" vor zwei Jahren, kommt Ende April nun wieder ein vollwertiger Langspieler auf den Markt. "Laws Of The Occult" wird von vielen Szene-Gourmets sehnlichst erwartet und tatsächlich kann man sich schon jetzt auf einen echten Killer freuen.
'Unseal The Gate' heißt passenderweise das 69-sekündige Intro, das noch mit sanften stromlosen Akkorden das okkulte Treiben einleitet, denn danach entfacht man tatsächlich ein Old-School-Death-Massaker, das sich gewaschen hat. 'Ritual Of Sacrifice' treibt mit heftigen DISMEMBER-Referenzen den Energie-Level nach oben, während 'Sepulchral Ways' im Anschluss wiederum das Tempo etwas  zu Gunsten eines Monster-Groove reduziert und mit einer Rhythmusarbeit im Stile von "The Left Hand Path" aufwarten kann. Das klingt düster, morbide und schlichtweg unheilig, (und ist es auch) aber die fast in an Doom grenzende Atmosphäre wird bereits bei 'Beyond Body, Beyond Life' wieder deutlich aggressiver, was vor allem der erhöhten Geschwindigkeit, dem starken Einsatz der Double Bass und dem martialischen Gitarrengeratter zu verdanken ist. Hier kommen auch die amerikanischen Einflüsse stärker heraus, die vom Label im Waschzettel erwähnt werden. Und spätestens bei 'Torn By The Beast' und 'Church Of The Dead' findet man die erwähnten AUTOPSY-Einflüsse wieder, die sich vor allem in der rotzigen Spielweise und einer erbarmungslosen Malträtierung der Drumfelle niederschlagen.

 Tatsächlich ist es vor allem die Darbietung, die den Unterschied zu anderen Kapellen ausmacht. Es sind nicht unbedingt die Arrangements, das Song-Writing oder die Lyrics, die den Unique Selling Point bilden - die sind (so gut wie sie auch sind) in jedem Fall im Erwartungshorizont einer deutschen Todesblei-Traditions-Truppe zu verordnen. Nein, es sind die Attitüde, die Produktion und die Performance, die auch langjährige Kenner des Undergrounds aufhorchen lassen. Bernd, Drummer und Vokalist, hat ein so inbrünstiges Organ, dass man dazu verleitet wird zu denken, dass seine Growls tatsächlich aus den Tiefen der Hölle kommen könnten. Die Boxen verlässt ein Grollen, das so infernalisch ist, dass sich selbst der Teufel  einscheißt! Ganz nebenbei erinnert Bernd mit seinem ungestümen Drumming-Stil an Chris Reifert, was nicht der schlechteste Pate für einen Schlagzeuger einer Death-Metal-Band ist. 

Auch die Gitarrenarbeit wollen wir an dieser Stelle lobend erwähnen und feiern Klampfer Jens vor allem für seine agilen Finger, die sowohl schnelle Maschinengewehrsalven als auch dunkle und stimmungsvolle Noten dem Sechssaiter entlocken können. 

Alles in allem ist das zweite Album von SLAUGHTERDAY eine wirklich runde
Sache geworden. "Laws Of The Occult" ist nicht interessiert an der Neuerfindung des Rades, sondern  schnappt sich die bekannte Old-School-Death-Formel aus Schweden und Amerika und macht das bekannte Schema mit viel Herzblut wieder spannend und erfrischend bissig. Man muss nicht immer kompliziert denken, progressiver werden oder Genres bis zum Anschlag kreuzen, manchmal ist Hingabe und Leidenschaft der einfachste und gleichzeitig beste Weg.
Ab dem 29.04.2016 könnt ihr euch selbst von der Urgewalt dieses Drehers bei FDA Rekotz überzeugen. Raritätensammler können übrigens am 27.05.2016 mit The Slaughterpack einen ganz besonderen Schnapper machen und das Rundum-Sorglospaket mit drei LPs, zwei CDs und zwei T-Shirts beim Label selbst erstehen.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian] 

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