Montag, 21. März 2016

Angehört: Revel In Flesh - Wombbath "Dragged Into The Obscure"


Auch wenn diese Scheibe am ersten April erscheinen wird, verkneife ich mir jede Anspielung bezüglich irgendwelcher Scherze. Denn mit Witz und Albernheiten hat "Dragged Into The Obscure" nicht zu tun. Die neuste Split der rastlosen Kollaborateure von REVEL IN FLESH ist nun mehr das nunmehr achte Gemeinschaftswerk in gerade einmal vier (!) Jahren. Nach namenhaften Gästen wie REVOLTING, HUMILIATION oder auch ZOMBIEFICATION hat man sich für den neusten Output ganz besondere Kollegen ins Boot geholt. Die Schweden von WOMBBATH sind nämlich ein Teil der skandinavischen Urszene und haben ihre erste Demo "Brutal Mights" bereits 1991 eingetrümmert (in einer Zeit als Legenden wie GRAVE, ENTOMBED und DISMEMBER noch ziemlich grün hinter den Ohren waren). Knapp 20 Jahre war es ruhig um die Västmanländer gewesen, aber seit 2014 ist man zurück, hat 2015 mit "Downfall Rising" ein neues Album an den Start gebracht und huldigt nun mit Haubersson und seinen Schwaben gemeinsam der alten Stockholmer Death-Metal-Schule.

Den Anfang machen die Süddeutschen. REVEL IN FLESH sind inzwischen ein nicht mehr wegzudenkender Teil der deutschen Old-School-Death-Szene geworden. Kaum eine andere Band kann so authentisch Schwedentod spielen ohne selbst geographische Bezüge zum Land der Elche zu haben. Nichtsdestotrotz gelingt es dem Fünfer nie wie eine billige Kopie der großen Vorbilder zu klingen. Die inbrünstigen Growls von Fronter Haubersson und die prägnante Rhythmusarbeit machen die Baden-Württemberger zu einer Truppe mit hohem Wiedererkennungswert. Der neuste Output 'Casket Ride Master' fügt sich ziemlich stringent in die Reihe starker REVEL-IN-FLESH-Tracks ein, die zwar durchaus die selben Trademarks teilen, aber dennoch nie langweilig werden. Natürlich funktionieren ihre Lieder am Besten auf der Bühne, aber auch gerade bei den Singles merkt man wie viel Herzblut ins Einspielen und Arrangieren gelegt wird. Was ein Auftakt für diese Scheibe - aber auch die zweite Seite hat es in sich!

Alter Schwede (im übertragenen und eigentlichen Sinne) WOMBBATH hatte ich bisher nicht auf der Liste gehabt. Das Quintett hat einen hasserfüllten Beat drauf, der wie eine äußerst angepisste Version früher GRAVE-Scheiben klingt. Das Dröhnen der Riffs ist bedrohlich und die Melodien fallen in geradezu apokalyptischen Kaskaden auf ein blutiges Bett aus mächtigen Schlagzeuganschlägen, die dem Teufel selbst die Blase ungewollt entleeren könnten. Die vier Minuten Spielzeit von 'To Suffer Eternally' vergehen rasend schnell und zwingen den Hörer dazu, gleich mehrmals die Nadel des Plattenspielers wieder auf die äußerste Rille zu setzen. Jonny Petterssons extrem dunklen Grunts sind da nur die Kirsche auf dem Gipfel dieses Eisbechers aus Gedärmen und Fleischbrocken.
REVEL IN FLESH und WOMBBATH hauen gemeinsam mächtig auf die Kauleiste und begeistern auf "Dragged Into The Obscure" mit den Tugenden der Gründerzeit des Todesstahls. Wer ein echter Underground-Unterstützer ist holt sich ab ersten April eines der 500 Siebenzollplastikscheibchen bei Unholy Prophecies ab und wird eine Menge Freude an diesem herrlich gestalteten Dreher haben, der vom Artwork bis hin zum Splatter-Menu auch optisch sehr schön aufbereitet wurde.

[Adrian]

Hails deadbangers!!! A bit more than 2 weeks until the official release of the REVEL IN FLESH / WOMBBATH Split. Have you...
Posted by Unholy Prophecies on Dienstag, 15. März 2016

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