Sonntag, 22. Februar 2015

Revisited-Review: Nazxul "Totem"

In genau einem Monat vor 20 Jahren erschien "Totem", das erste Album der australischen Schwarzmetaller von NAZXUL. Eine Band, die kaum jemand kennt, aber die seit den Anfangstagen des Black Metals dabei ist. Seit einer EP aus dem Jahr 2010 ist es zwar etwas ruhig um die Band geworden, aber des ersten Album bleibt dennoch unter Kennern unvergessen. Kollege Sunny hat  vor knapp vier Jahren der Down-Under-Kapelle ein Review gewidmet, das wir unten aufgeführt haben. Als Anschauungsmaterial nutzte Sunny die MC-Version des Album von Night Birds Records.
"One of the most underrated Black Metal Bands ever!" Das hört man nur allzu
oft wenn man sich im Netz über NAZXUL informieren will. "Totem" sei dabei das Prunkstück der Karriere der Schwarzheimer und gleichzeitig deren Erstling. Und gefackelt wird hier nicht lange. Das Album beginnt sich gleich mit dem Titeltrack 'Totem' durch das Tapedeck zu fräsen, dämonisch gutturaler Gesang kriecht ganz gerne-untypisch tief ins Ohr des geneigten Zuhörers und hinterlässt ein Gefühl als ob die Substanz der Seele selbst in Mitleidenschaft gezogen wird. Dabei klingt alles wie aramäisch rückwärts, obwohl die aus Sydney stammende Band in ihrer Heimatsprache gurgelt. "Dämonisch" ist bei diesem Album das beschreibende Stichwort.
Fast jeder Track klingt düster und irgendwie unheimlich, es werden Ritualgesänge genutzt und die Tempowechsel sorgen dafür das man sich so fühlt, als ob sich die Band in einen Rausch versetzen würde, der immer weiter ansteigt um am Ende in Flammen aufzugehen. Doch "Totem" ist keine variationsfreie Zone.



Die Songs bewahren sich zwar relativ konstant ihren okkulten Flair und die nötige Aggressivität. Dann geht es jedoch auf einmal schneller und tiefer zur Sache. Man wird dabei sehr an frühe Death Metal Bands erinnert. 'Distance Begins' wird auch jedes Death-Metal-Fan-Herz höher schlagen lassen, genau wie 'Endless Reign Of Power' ebenso gut von einem der 90er-Jahre Todesbleischwadrone stammen könnte. Vor allem der gutturale Gesang erzeugt starke Assoziationen mit Bands dieser Sparte. Doch stilistisch bleibt NAZXUL im Großen und Ganzen dem hasserfüllten und okkulten Black Metal treu.
Umso überraschender ist es das der ehemalige Drummer Steve Hughes, jetzt ein bekannter Komödiant ist und im NIFELHEIM-Shirt das Publikum zum Lachen bringt. Vielleicht ist die Black-Metal-Szene doch nicht so ein humorloser Haufen wie ihr immer nachgesagt wird.

7 von 10 Punkten

[Sunny]

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