Dienstag, 17. Juni 2014

CD-Review: Brutally Deceased "Black Infernal Vortex"

"Oh nein, nicht schon wieder ein Fahrer, der auf tschechischen Death Metal steht" tönte vor einiger Zeit die Mitfahrzentrale Bla Bla Car in einem ihrer Werbespots und verscherzte sich damit direkt sämtliche Sympathien bei mir. Denn die Tatsache, dass richtig gutes Todesblei aus dem ehemaligen Böhmen kommt, beweisen die Jungs von BRUTALLY DECEASED. Mit "Black Infernal Vortex" haben die Tschechen ein richtig starkes Paket Extreme Metal vorgelegt.
Es ist zwar deutlich das schwedische Fundament herauszuhören, das der
Bandname vermuten verlässt ('Brutally Deceased' ist eigentlich ein Song von GRAVE). Allerdings gibt es hier neben dem typischen Elchtod-Groove auch andere Aspekte. So erinnern die Vocals zum Beispiel mehr an amerikamische Vorbilder, auch wenn der Gesang hier noch einmal etwas tiefergelegt wurde. Vorzüglich ist auch die Lead-Gitarre, die eins ums andere Mal ein wuchtiges Brett oder ein amtliches Solo abliefert (wie beispielsweise in 'Black Hammer Of Satan').
In letzten Artikeln habe ich verstärkt bemängelt, dass viele Swe-Death-Bands zu eintönig und ideenlos sind, hier allerdings ist es gelungen, sich an schwedischen Referenzen zu orientieren und gleichzeitig dennoch anders zu klingen als zum Beispiel ENTRAILS oder ENTOMBED. Auch liegt hier der Focus mehr auf rasanten Nummern mit einigen Blasts als auf monotonen Midtempo-Stampfern. Auch melodische Einwürfe á la EDGE OF SANITY bei 'Below The Adversary' helfen dabei mit die Platte spannend zu halten.



Insgesamt ist es wirklich beachtlich, was BRUTALLY DECEASED hier leisten. Sie spielen traditionellen Death Metal der schwedischen Prägung und schaffen es trotzdem durch eigene Akzente die ganze Spielzeit über interessant zu bleiben. Das mag daran liegen, dass so untypische Schwedenbands wie GRAVE oder EDGE OF SANITY zu den Einflüssen zählen, aber man kann auch ganz klar sagen, dass "Black Infernal Vortex" eine absolute Granatenscheibe ist. Es ist tatsächlich eine kontinentale Verschiebung zu beobachten die aufzeigt, dass der beste Elchtod nicht mehr zwangsläufig aus dem Norden kommen muss, sondern dass die Mittel- und Osteuropäer kräftig aufgeholt haben beziehungsweise teilweise bessere Alben produzieren als so manche schwedische Legende es zurzeit tut.
Seit 21. März kann man das Album bei Doomentia Records abgreifen.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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