Montag, 26. Mai 2014

CD-Review: Unearthly "Flagellum Dei"


Im 14. Jahrhundert überfiel der Schwarze Tod Europa und sorgte für Leid und Verwüstung. 2014 ist der Schwarze Tod nur in Form des Blackened Death Metal in Europa unterwegs und seine Fahne wird vor allem von polnischen Bands wie BEHEMOTH und HATE hochgehalten. Aber nicht nur bei unserem östlichen Nachbarn wird dieser Stil zelebriert auch in Rio de Janeiro gibt schwarzes Todesblei und so schicken sich die Brasilianer von UNERATHLY an mit ihrem 2011er Album "Flagellum Dei" nun auch unseren Kontinent zu erobern.
Was allerdings zuerst auffällt ist die Tatsache, dass das Artwork unheimlich hässlich ist. Es sieht aus als habe jemand mit Photoshop ein Bild aus dem Film "Die Päpstin" vorsätzlich verunstalten wollen, um einen weißen Zombie Priester zu erschaffen. Bei solchen künstlerischen Ausgeburten hat man meist nichts Positives zu erwarten und bekommt modernen Tech-Death um die Ohren gehauen. Zum Glück, ist das hier aber nicht so! UNEARTHLY halten ihr Black-Death-Versprechen und präsentieren uns tatsächlich einen derben Mix aus heftigen Blast Beats und Vocals, die zwischen Schreien und Growls hin und her wechseln. Dass die Jungs ursprünglich aus dem Black Metal kommen und so auch Ende der Neunziger begonnen haben, hört man hier deutlich heraus, da ihre klangliche Grundierung eindeutig Schwarz ist. Wenn man hier etwas sucht, das man kritisieren kann, dann ist es auf jeden Fall die mangelnde Abwechslung. Man bemerkt kaum wie die einzelnen Songs wechseln oder wie sich versuchen voneinander abzuheben. Zugegeben, es gibt tolle Einzelleistungen wie das Gitarrensolo beispielsweise in 'My Fault', aber das ist eher die Ausnahme. Die Regel hingegen sind ratternde Blasts, ein Riffwerk der Marke "Sons Of Northern Darkness" beziehungsweise "Attera Totus Sanctus" und ganz viel polnischer Extreme Metal. Man kann an dieser Stelle argumentieren, dass man an einer Formel nicht zu schrauben braucht, wenn sie funktioniert. Allerdings ist bei elf Liedern mit zum Großteil dem gleichen Aufbau ziemlich schnell der Lack ab.



Insgesamt ist "Flagellum Dei" eine nette Angelegenheit für Fans der Referenzen und diejenigen die Lust auf etwas anderes als reinen Elchtod, Brutal Death oder True Norwegian Black Metal haben beziehungsweise sich in die Grauzone zwischen diesen Genres begeben wollen. UNEARTHLY hat seine guten Momente wie in 'Lord Of All Battle' (schönes Solo, was mich an DEICIDE erinnert), aber bietet mir alles in allem persönlich zu wenig Abwechslung, um mich auf Dauer vom Hocker zu reißen. Allerdings war ich auch nie der ganz große Fan von schwarzem Death Metal und würde deswegen jedem, der jetzt interessiert ist, sein eigenes Urteil zu bilden.
Seit 21. Mai ist das Album über Metal Age in Deutschland zu haben.

6 von 10 Punkten

[Adrian] 

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