Mittwoch, 24. Juli 2013

Revisited-Review: Gama Bomb "Tales From The Grave in Space"

Und wieder eine neue Kategorie! Bei Revisited-Reviews geht es darum alte Texte aus den Zeiten als dieser Blog noch Todtgeburt hieß (und anfangs sogar noch über myspace.com lief) wiederzubeleben und zu zeigen wie Anfang 2010 alles begonnen hat. Denn viele alte Reviews kann man Dank des Relaunches von Myspace nicht mehr leben oder sie sind im Wust der Unübersichtlichkeit der Todtgeburt-Blogspot-Seite untergegangen. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen euch regelmäßig mit neuen alten Reviews zu versorgen. Damit es aber nicht zu langweilig für die Leute wird, die bereits schon diese Posts kennen, werde ich am Ende von jedem Text Kommentare und meine heutige Meinung ergänzen. Denn Anfang macht das erste CD-Review, das ich je verfasst habe für den Blog: GAMA BOMB "Tales From The Grave in Space"!
Viel Spaß dabei!

So war das damals...
Das Downloaden von Alben, Software oder Filmen ist (wenn man nichts dafür bezahlt) an und für sich etwas zwielichtiges und mehr oder weniger illegales, weswegen viele Menschen es gar nicht oder nur mit einem ganz schlechten Gewissen tun. GAMA BOMB macht dem geneigten Hörer diesmal allerdings einfacher an ihre Musik heran zu kommen, denn "Tales From The Grave in Space" bekommt man völlig kostenlos im Netz (oder als traditionelle CD zum Selbstkostenpreis von knapp fünf Euro).
Sehr schlau, denn so riskieren auch mal Menschen einen Blick, die nicht zu 200 Prozent im Thrash Metal verwurzelt sind. Etwas was sofort beim Betrachten der Songs auffällt, ist die Tatsache, dass keiner der  zwölf Songs länger ist als etwa drei Minuten und man mit 'Mussolini Mosh' sogar einen Track aufs Album geknallt hat, der in Sachen Kürze mit einer  Minute und zwölf Sekunden in Grindcore-Gefilde vorstößt.

Nun, aber mal ein paar Worte zum Album selbst. Wer auf abwechslungsreiche Alben im Stile von Dream Theater steht oder auch mal ein bis zwei ruhigere Songs auf einem Album schätzt, wird enttäuscht sein. Denn alle zwölf Tracks nehmen keine Gefangen und blasen direkt alle Lichter aus. Hier wird Thrash Metal gespielt, geatmet und gelebt! Wer Bands wie DEATH ANGEL, EXODUS oder OVERKILL mag, wird "Tales From The Grave In Space“ lieben.
Alles, was ein waschechter Thrasher so gern hat, ist hier enthalten: wahnwitzige Vocals, fette Gitarrensolos, Mitsingpassagen und Geschwindigkeit!
Nicht ganz so 80er-Jahre-begeisterten Metalfans werden unter Umständen genau diese Punkte auf’n Sack gehen, genauso wie die zum Teil Painkiller-artigen Screams von Fronter Philly Byrne.
Aber die Iren schreiben ihre Songs ja in erster Linie für wahre Thrash Fans und nicht für MTV oder das Radio. Deswegen kann die Empfehlung nur lauten: unbedingt mal rein hören (kostet ja nix)! 

8 von 10 Punkten

Und heute?
Das Album hat wenig von seinem Charme eingebüßt und macht auch noch dreieinhalb Jahre nach seinem Release eine Menge Spaß. Das Thrash-Revival ist zwar etwas abgeebbt, aber nichtsdestotrotz schafft "Tales From The Grave in Space" mit seiner Mischung aus Crossover, Thrashcore und Speed Metal den Energielevel stets am Anschlag zu halten. Lohnenswert ist die Anschaffung immer noch und auch heute sind GAMA BOMB eine feine Sache.
Stilistisch ist es lustig zu sehen, wie ich vor einigen Jahren noch geschrieben habe. Etwas holprig liest sich das damalige Review schon irgendwie und das meiste würde ich nicht noch mal so schreiben (vor allem den Part mit MTV! Da lief doch schon damals keine Musik mehr!). Auch die Vergleiche sind etwas generisch. Vergleiche mit HIRAX oder WEHRMACHT hätten besser gepasst, genauso unsinnig war es wegen der Kürze der Songs von "Grindcore-Gefilden" zu reden. Songs im Crossover/Thrashcore-Bereich sind oft nicht sehr lang, da haben die Iren kein Alleinstellungsmerkmal entwickelt. Auch finde ich dass ein Ausdruck wie "200 Prozent" inzwischen echt möchtegern-witzig klingt, so sehr, dass es beim Lesen wirklich weh tut. Das würde ich nicht noch mal so machen. Insgesamt geht die Rezi als Auftakt aber in Ordnung und die Wertung würde ich auch heute wieder geben.

[Adrian]

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