Sonntag, 27. Januar 2013

Trash-Review: Volksmetal



Es hat diesmal etwas gedauert bis ich die passende Band für das Trash-Review gefunden habe, da HEINO mit seinem Rock-Pop-Coveralbum 
noch ein wenig auf sich warten lässt. Trotzdem kann ich euch diesmal eine unheilige Fusion von Metal und Volksmusik zeigen. Behilflich dabei sind mir die Jungs von VOLKSMETAL, deren Name bereits von viel Fantasie und Ernsthaftigkeit zeugt. 

Es mag unglaublich ignorant von mir sein, eine Band zu kritisieren, die sich der bayrischen Mundart bedient, aber mal ehrlich, dieses Verbrechen gegen den guten Geschmack tut weder dem Freistaat, noch der bayrischen Folklore und erst Recht nicht dem deutschen Metal einen Gefallen! Schwere Gitarren gemischt mit Tuba und Akkordeon, muss das denn wirklich sein? 
Die Grundidee wurde zwar noch nicht oft umgesetzt, aber das hat auch einen guten Grund. Es klingt nämlich einfach furchtbar wenn Silbereisen auf METALLICA trifft! Die Süddeutschen kombinieren grauenhafte Jodel-Passagen mit einfachsten NDH-Riffs, die auch noch nach 5 Krügen Weißbier auf dem Oktoberfest zum Mitschunkeln einladen sollen. Niveauloser und Klischeehafter geht es echt nicht mehr! 
So stellt sich wahrscheinlich der typische Amerikaner deutschen Heavy Metal vor: Lederhosen, Polka und monotone Riffs im Stile von RAMMSTEIN! Ob nun 'Da Deifel Is A Oachkatzerl' oder 'Bayer', der Sound der alpinen Frohnaturen ist unerträglich und untergräbt alles wofür alternative Musik stehen sollte beziehungsweise mal gestanden hat! 
Man hat es ja so schon schwer genug als Metaller nicht ständig belächelt zu werden, aber durch diese Ballermannisierung harter Musik verschwimmen die Grenzen zwischen Metalfest und Musikantenstadl irgendwann endgültig und die Einführung einer Oktoberfest-Bühne auf jedem Open Air von Kiel bis München ist dann nicht mehr weit! 
Nur damit wir uns richtig verstehen: normalerweise sollte man ja tolerant sein (hat ja jeder einen individuellen Geschmack), aber hier endet jeder guter Wille! Alle Songs sind Tritte in den Arsch und das ist hier nicht mal positiv gemeint. 
So ist 'Geh Loss Ma Mei Ruah' nur ein weiteres Beispiel dafür wie tief man sinken kann, wenn man es darauf anlegt. Pseudo-balladenhaftes Gegröle, das selbst Fans von den KNEIPENTERRORISTEN vorzeitigen Bier-Schiss bescheren würde, und die ausgelutschtesten Gitarrenspuren seit den späten 80er sorgen hier für einen tödlichen Ohrenkrebs, der keine Überlebenschance bietet. 
Wieso diese musikalische Banalität sowohl Summerbreeze als auch Wacken bespaßen durfte ist mir ein Rätsel (Summerbreeze dabei weniger als Wacken, denn ersteres findet zumindest in Bayern statt, was eine kleine Entschuldigung darstellt). Auf der anderen Seite sind die meisten Besucher der ganz großen deutschen Metal-Festivals sowieso nur noch auf plattes Entertainment aus und feiern lieber die GRAILKNIGHTS und FEUERSCHWANZ ab, als wirklich verdienten Bands der Szene die Ehre zu erweisen. Traurig aber wahr!
Insgesamt ist VOLKSMETAL eine katastrophale Chimäre aus bayrischer Saufkultur und metallischer Ahnungslosigkeit, die seit letztem August auch noch auf einer selbst betitelten LP die Menschheit heimsucht. Wer's braucht kann sich das Teil sich gerne beschaffen, aber ich hoffe inständig, dass der Erfolg nicht zu groß sein wird und es nicht (wie von der Band prognostiziert) dazu kommt, dass Volks Metal ein eigenes Sub-Genre wird. Das wäre der Tag an dem ich mich aus der Metal-Szene ausklinken würde. Servus und Guadnöchd! 

[Adrian]

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