Freitag, 17. Juli 2020

CD-Review: Hanz Lazer Alien Slam "Action Metal"

Ich persönlich liebe ja sowohl (Death) Metal als auch Synthwave und damit bin ich nicht alleine. Wenn ich auf entsprechenden Retro-Elektro-Veranstaltungen gehe, sehe ich auch immer wieder Fans harter Gitarrenmusik vor Ort. Da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis (endlich) ein paar fähige Musiker auf die Idee kommen beide Genres zu verbinden. Der erste Genre-Bastard dieser Art (der mir bekannt ist), kommt nächste Woche auf den Markt und hört auf den Namen "Action Metal" und ist gleichzeitig auch der Full-Length-Einstand für HANZ LAZER ALIEN SLAM.

Die Truppe, die sich Ende 2017 gegründet hat, hat sich nach eigener Aussage von einem "einfachen Slam-Synth-Projekt" durch die Hinzunahme weiterer Mitglieder hin zu einer Band entwickelt, die sich selbst irgendwo zwischen
Thrash, Death und Heavy Metal verordnet und den Synthwave eher als "starken Einfluss" beschreibt. Ganz offensichtlich ist es aber eigentlich eher umgekehrt, denn der Synthwave ist das dominierende und auch das entscheidende Merkmal dieser Scheibe. Insbesondere weil sich dieser Einfluss in lyrischen Motiven und Samples niederschlägt, die von klassischen Action-Blockbustern bis hin zu 8-Bit-Videospielen alles abdecken, was die 80er Jahre Popkultur zu bieten hat. Die Gitarren sind natürlich stets begleitend zur Stelle und werden immer wieder magnetisch vom Slam Death weg hin zum Heavy Metal und Hardrock gezogen, weil sich dies einfach perfekt mit der Melodieführung vieler Synthwave-Motive deckt. Außerdem merkt man beim Riffing den Einfluss der wegweisenden DANCE WITH THE DEAD, welche die Band auch selbst als großen Einfluss bezeichnet. Songs wie 'Warrior' wiederum zeigen, dass man auch den umgekehrten Weg gehen kann und die Synthesizer auf Deathgrind-Niveau hinunterzerren kann. Für einen solchen Track hat man sich mit Flemming von METHHEAD übrigens auch Verstärkung an der Vokalisten-Front geholt. Das ist aber nicht der einzige Gast-Sänger auf diesem Dreher. Bei 'Judgement Time' ist auch ein gewisser Goreminister zu hören, den der eine oder andere auch von Youtube oder KADAVERFICKER her kennen könnte. Aber das ist noch nicht alles! Mit Joe Gaudet hat man sich die Stimme von AUSTRIAN DEATH MACHINE sichern können, der auch hier in seine Paraderolle als Schwarznegger-Imitator schlüpft. 
Wenn ich insgesamt irgendetwas kritisieren müsste, dann wäre es einzig die Albumlänge, die knapp unter einer halben Stunde die Ziellinie durchläuft. Ein bis zwei Tracks mehr hätten es auf jeden Fall noch sein können. Allerdings ist dieser Kritikpunkt auch einzig dem Verlange nach mehr HANZ LAZER ALIEN SLAM geschuldet. "Action Metal" hat ein enorm hohes Replay-Value und rennt bei jemandem wie mir natürlich offene Türen ein. Synthwave? Extreme Metal? 80s Nostalgie? Ja Bitte! Im Ernst, ich kann nichts Negatives über dieses Debüt sagen, auch wenn ich mit dem Mix und dem Master der Vocals nicht immer zu 100% zufrieden ist, aber das wäre jetzt wirklich ein suchen in den Krümeln. Denn so oder so ist HANZER LAZER ALIEN SLAM mein Anwärter auf den Titel "Newcomer des Jahres" und wenn sich aus diesem Stilmix ein eigenes Subgenre entwickeln sollte, werden der Kapelle bestimmt noch größere Ehren zu Teil werden. So oder so: Ich bin mir sicher, dass man noch einiges von diesem Projekt zu hören bekommen wird!
Ab 23.07.2020 sollte die CD, das Tape oder der Download des Debüts in euren physikalischen  oder digitalen Postfächern liegen, wenn ihr es auf Bandcamp (vor)bestellt habt.

9,5 von 10 Punkten

[Adrian]      

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