Montag, 10. Februar 2020

Event-Tipp: Heidelberg Deathfest 2020

Für mich war es das Hallenfestival des letzten Jahres und überhaupt ist es das extremste Konzerterlebnis der Region Rhein-Neckar. Die Rede ist natürlich vom Heidelberg Deathfest, dass uns bereits in weniger als sechs Wochen ins Haus steht. Nachdem bereits die 2019er Ausgabe mit einem mächtigen Billing begeistert hat, präsentiert sich die diesjährige Ausgabe noch knackiger, abwechslungsreicher und brutaler.
Mit zwölf Kapellen ist die Halle 02 in Heidelberg bis unter die Decke vollgestopft mit nationalen und internationalen Helden des knüppelharten Untergrunds. Am 21.03.2020 ab 13 Uhr feiert dieser Pfeiler der süddeutschen Todesblei-Szene sein fünfjähriges Jubiläum und bietet neben dem Bühnenprogramm auch einen thematisch passenden Metal-Markt sowie genug Bereiche zum Essen und Ausruhen. Die Bandauswahl liest sich derweil wie der Wunschzettel eines Death-Metal-Enthusiasten.  
Beginnen wir dabei mit VITRIOL, dem Todesblei-Vierer aus Portland. 2019 erschien mit  "To Bathe From The Throat Of Cowardice" ihr Debütalbum bei Century Media. Technisch vertrackt und kompromisslos brutal, hämmert man sich durch frickelige Gitarrenwälder - definitiv nichts für schwache Nerven. Ebenfalls erst ein Full-Length-Album am Start haben die Römer von GUINEAPIG.
Die Goregrinder sind in der Szene nicht wirklich unbekannt und haben sich auch bereits Releases mit Grind-Ikonen wie ROMPEPROP oder auch SPASM geteilt. Mit DEADBORN findet sich ein technischer Death-Metal-Act im Billing ein, der die Flagge Baden-Württembergs auf diesem Festival hochhält. Mit 18 Bandjahren im Rücken und einem Qualitätslabel wie Apoptasy Records an ihrer Seite, kann man hier eine leidenschaftliche und hoch-professionelle Performance erwarten. Ebenfalls nicht weit nach Heidelberg haben es die Pfälzer aus Speyer von BLOOD. Diese Death-Grind-Band gibt es nicht nur bereits so lange wie ich lebe, sie haben außerdem mit "Inferno" ein erschreckend großartiges Album veröffentlicht, dass ich zu meinen persönliche Top-5-Platten 2018 zähle. Etwas weiter haben es wiederum BIRDFLESH. Die Schweden-Grinder machen die Szene seit unglaublichen 28 Jahren unsicher und haben eine unglaublich lange Diskographie. Wenn man die
Headliner 2019: Unleashed
Jungs nicht völlig betrunken auf der Bühne erlebt, dann kann man eine Menge Spaß mit ihnen haben (Betonung liegt hier aber auf dem Wörtchen "Wenn"). Eigentlich immer eine Macht on Stage sind die Niederländer von SEVERE TORTURE. Viele Vergleichen den Fünfer aus Boxtel oft mit den CANNIBAL CORPSE - ich hingegen finde, dass sie besser sind als die Referenz und definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient haben, als sie in den letzten Jahren bekommen haben. Eine weitere Kapelle, die sich viel mit einem Gründungsvater des Genres verglichen wird, ist GRUESOME - der Vergleich mit DEATH ist aber gewollt und man schämt sich nicht seine Verehrung für das Wirken von Chuck Schuldiner offen nach Außen zu tragen. Für jeden Old-School-Deather dürfte das ein Highlight des Tages werden. Später am Tag könnte GUTALAX teuer werden. Die Tschechen werden sicherlich den spaßigen Porngrind-Spot im Billing übernehmen, den letztes Jahr SPASM innehatten. Seriöser wird es auf jeden Fall wieder mit den Hessen von DISBELIEF werden. 


Das Kollektiv um MORGOTH-Growler Jagger feiert dieses Jahr bereits ihr 30 (!) jähriges Bestehen und gehört zu den dienstältesten Gruppen im deutschen Untergrund. Dagegen wirken die Münchner von OBSCURA wie Küken, dabei prügeln sich auch diese Todes-Progger bereits seit fast zwei Jahrzehnten durch die Botanik. Ihre Alben werden von ihren Fans immer begeistert abgefeiert und selbst ihre Kritiker können dem Quartett nicht absprechen, dass sie ihre Instrumente fulminant beherrschen. Mit KRISIUN kommen wir auch schon zum Co-Headliner, der das Kunststück geschafft hat 30 Bandjahre zu absolvieren ohne die Gründungsbesetzung auswechseln zu müssen (lediglich Gitarrist Altemir Souza ist nicht mehr unter uns, nach einem Motorradunfall 2002).

Das Bandjubiläum werden die Brasilianer mit einem besonderen Old-School-Set feiern. Der Headliner für die allermeisten Besucher dürfte MEMORIAM sein! Entstanden aus den Überresten von BOLT THROWER - erlebt Karl Willetts einen weiteren Frühling seiner Karriere und wird für mehr als nur nostalgische Gefühle unter den Besuchern sorgen. 
Tickets gibt es im Vorverkauf für 42 Euro bei New Evil Music (oder für etwas mehr an der Abendkasse) und die Türen der Halle 02 öffnen am 21. März 2020 bereits um 12:30.

[Adrian]

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