Freitag, 28. Juni 2019

CD-Review: Feradur "Legion"


Das Luxemburger Melo-Death-Quintett FERADUR hat vor wenigen Tagen ihr zweites Studioalbum "Legion" veröffentlicht und mir fällt keine clevere Einleitung ein abseits davon darauf hinzuweisen, dass ich nur wenige Bands aus dem kleinen Benelux-Staat kenne. Gehen wir deswegen lieber direkt in medias res.

Elf Songs bringen es hier auf eine Spielzeit von etwas über 50 Minuten. Die Texte sind gespickt mit Anspielungen und Metaphern auf Götter und Titanen, was dem Ganzen einen dezent römisch-hellenistischem Touch verleiht. Darunter geht es aber recht simpel um weltliche Probleme mit Autoritäten und dem inneren Kampf an sich. Musikalisch wiederum ist ihr Melodic Death Metal technisch sauber gespielt, gut produziert und der Beat treibt ordentlich nach vorne.
Allerdings kann ich mich nicht von dem Gefühl lösen das alles schon unzählige Male geschrieben zu haben. Während ich diese Scheibe so höre, kommen mir nur Standardformulierungen in den Sinn. Klingt der Mix wie uralte IN FLAMES? Ja, tut er. Gibt es singende Gitarren à la Maiden? Ja, gibt es. Wechseln sich Growls und Screams ab? Ja, es existiert ebenfalls beides. Die Luxemburger machen das, was sie machen wirklich ausgezeichnet, aber irgendwie reißt es mich nicht vollkommen vom Hocker. Handwerklich ist das gebotene, wie gesagt, wirklich professionell, aber es fehlt den Kompositionen an Ankerpunkten, die im Ohr kleben bleiben. 

Wer ein echter Melo-Death-Gourmet ist, wird die Feinheiten von FERADUR möglicherweise zu schätzen wissen. Für mich ist "Legion" ein Album, das sich technisch auf jeden Fall mit den bekannteren Bands des Sub-Genres messen kann, aber um entscheidend aus der Masse herauszustechen mangelt es aber noch an tatsächlich frischen Ideen, vielleicht ändert sich das ja auf der dritten Platte - zu wünschen wäre es  dem sympathischen Fünfer auf jeden Fall.
Denn live kann ich mir vorstellen, werden die Melodien der Herren überzeugen können.
Seit dem 22.06.2019 gibt es den Dreher bei der Band selbst im Angebot. 


6 von 10 Punkten

[Adrian]

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