Freitag, 21. Dezember 2018

Interview:Obscure Infinity präsentieren neuen Song von "Into the Vortex of Obscurity"

2019 könnte das Jahr von OBSCURE INFINITY werden. Mit "Into the Vortex of Obscurity" erscheint im März bei FDA Records das inzwischen vierte Studio-Album der Westerwälder und verspricht schon jetzt eines der Highlights des kommenden Jahres zu werden. Exklusiv bei uns erhaltet ihr heute mit 'Grotesque Face' eine erste Impression des Albums (siehe weiter unten). Außerdem haben uns Stefan und Jules die Gelegenheit für ein Interview gegeben und mit uns ein wenig über die aktuellen Projekte geredet.


Hallo Stefan, freut mich dass es mit dem Interview geklappt hat, wie geht es Dir aktuell?

Stefan: Hallo Adrian! Vielen Dank, dass du ein kleines Interview mit uns machst. Es geht mir gut. Ich bin froh, dass wir nun endlich in die Endphase gehen, was das Album betrifft. Es war doch ein ganz schöner langer Zeitraum von den ersten Ideen über das Ausarbeiten der Songs  bis hin zu den Aufnahmen und letztendlich der visuellen Umsetzung mit Layout etc. 

2019 wird ein besonderes Jahr für euch, denn es erscheint euer nun mehr viertes Studioalbum. Was kannst Du uns bereits zu dem Release verraten? Worum dreht es sich inhaltlich? 

Stefan: Ich denke, musikalisch haben wir uns im Vergleich zu den

Vorgängeralben nochmals steigern können. Ich bin jedenfalls sehr stolz auf das Ergebnis. Die neuen Songs vereinen verschiedenste Einflüsse. Der Kern ist immer noch Death Metal, jedoch hört man auch viele andere Einflüsse, beispielsweise aus dem Black und Thrash Metal, aber auch dem klassischen Metal hört heraus. Selbst klassischer Rock  schimmert hier und da durch. All das trägt meiner Meinung nach dazu bei, dass das  Album sehr vielschichtig und tiefgründig geworden ist. Aufgenommen wurde es im Soundlodge Studio von Jörg Uken. Wir sind wirklich total zufrieden mit seiner Arbeit. Er hat uns da, wo wir Hilfe brauchten, unter die Arme gegriffen und andererseits uns alle Freiheiten gelassen, wenn es ums Experimentieren ging. Das Arbeiten mit ihm lief echt sehr entspannt ab. Er ist einfach ein sehr umgänglicher und sympathischer Typ und letztendlich hat er unsere Songs in einen phänomenalen Sound gehüllt. Besser haben wir noch nie geklungen auf einem Album. Das Artwork wurde wie schon beim letzten Album von Juanjo Castellano gezeichnet und er hat uns ein wirklich beeindruckendes und facettenreiches Cover gezeichnet.

Jules: Übergeordnet könnte man sagen, es geht um Reflexion, wie ich Dinge sehe oder empfinde, damit setzt sich der Großteil der Texte auseinander. Stichworte wie Weltschmerz oder Melancholie könnte man sicher anbringen. Doch im Gegenzug auch Stärke und vielleicht eine gewisse Zuversicht. Es gibt schon Schnittmengen bei den Texten, die Intention war bei jedem trotzdem eine andere. Aber ich finde, dass die Texte recht klar formuliert sind, darum will ich darauf gar nicht näher eingehen. 

Ich durfte bereits in die Aufnahmen reinhören und dabei ist mir auch aufgefallen, dass ihr noch abwechslungsreicher geworden seid. Es gibt noch mehr Black Metal Einflüsse und mehr Clean Passagen. Hat sich diese Ausrichtung unabsichtlich ergeben oder habt ihr bewusst an gewissen Stellschrauben gedreht? Wie war der Entstehungsprozess insgesamt für euch? 

Stefan: Ja genau, das meinte ich damit. Nein, das war keine bewusste
Entscheidung. Als wir die Band gründeten, war mein oberstes Ziel, Death Metal zu erschaffen, wie er Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger geklungen hat. Über die Jahre ändern sich die Ansprüche an sich selbst und die Musik, die man erschaffen will. Heute geht es mir darum, etwas Eigenes zu kreieren. Musik, die ergreifend und manchmal auch fordernd ist. Wenn man einen mehr künstlerischen Anspruch an seine Musik hat, dann können Genregrenzen kein wirkliches Kriterium mehr sein. Ich mache mir heutzutage jedenfalls keine Gedanken mehr, ob ein Riff vielleicht zu sehr nach Heavy Metal oder eine bestimmte Passage zu ruhig und emotional für Death Metal klingt. Generell liegt der Fokus mehr auf Musikalität und Kreativität denn auf Brutalität. Über den Entstehungsprozess möchte ich mir gar keine Gedanken mehr machen. Ich glaube, der normale Musikhörer hat keine Vorstellung davon, wie viel Arbeit hinter solch einem Album steckt. Wie lange man an den einzelnen Songs arbeitet, wie oft man von Selbstzweifeln geplagt ist und welcher Kraftaufwand erforderlich ist, die Stücke in die endgültige Form zu bringen.


Ihr habt uns die Möglichkeit gegeben mit 'Grotesque Face' einen ersten Song des neuen Albums vorab zu veröffentlichen - vielen Dank dafür! Worum geht es bei diesem Song speziell? 

Stefan: Gerne! Da du uns von Anfang an unterstützt hast, ist es nur folgerichtig, dass du als erster einen Song vom neuen Album veröffentlichen darfst. Dieser Song veranschaulicht gut, wie wir aus verschiedenen Einflüssen einen Song formen. Es ist übrigens der letzte Song, der für das Album geschrieben wurde.

Jules: Auch auf 'Grotesque Face' treffen die oben genannten Punkte zu, hinzu kommt eine anti-religiöse Komponente. Vielleicht findet aber noch jemand ganz andere Betrachtungsweisen in dem Song? Das würde mich interessieren... 


Seit Juli ist Søren von WOUND mit an Board und bedient den Bass. Wie ist er zur Band dazu gestoßen und konnte er sich noch kreativ in die Arbeit am Album ein einbringen oder stand zu dem Zeitpunkt bereits alles fest? 

Stefan: Er hat von Jules erfahren, dass wir einen neuen Bassisten suchen und so kam es, dass er bei uns eingestiegen ist. Nein, zu dem Zeitpunkt seines Einstiegs war ja bereits alles fertig aufgenommen. Auf dem Album habe ich den Bass eingespielt. Das war auch eine bereichernde und herausfordernde Erfahrung für mich. Man muss sich etwas vom Gitarrenspiel lösen und sich auf andere Sachen, wie zum Beispiel Schlagzeug Fills etc., fokussieren. Ich habe die Bassspuren sehr erst genommen und nicht einfach nur als Beiwerk zu den Gitarren verstanden.


OBSCURE INFINITY ist eine im Untergrund sehr gut vernetzte Band, dementsprechend wäre es interessant zu wissen ob und wenn ja welche Gastmusiker dieses Mal auf dem neuen Album zu hören sind. 

Stefan: Diesmal gibt es nicht so viele Gastbeiträge wie auf dem letzten Album. Die einzige Ausnahme bildet 'Lightning Spear (A Forlorn Wanderer Part II)'. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um die Fortsetzung des 'Forlorn Wanderers' vom Album davor ("Perpetual Descending Into Nothingness"). Und wie schon beim Vorgänger übernahm auch hier A. von CHAOS INVOCATION den Gesang. Er hat wie schon beim ersten 'Forlorn Wanderer' einen fantastischen Job abgeliefert und wir sind ihm sehr dankbar für seinen Beitrag.  Ansonsten hört man nur die Band auf dem Album. Diesmal hat neben Jules auch Sascha einige Gesangsparts übernommen.

Neben Studioalben seid ihr ja auch sehr aktiv an der Split-Single Front. Gibt es eine Wunschband mit der ihr unbedingt noch zusammenarbeiten möchtet? 

Stefan: Wir haben auch diesmal wieder ein paar Songs mehr aufgenommen. Von daher hätten wir definitiv Material für eine Split Veröffentlichung. Eine Wunschband gibt es diesbezüglich aber nicht. Am liebsten ist es uns, wenn wir die andere Band der Split gut kennen und das ganze sowas wie ein Freundschaftsrelease ist. So lief es bisher bei fast alles unseren Splits. Wir würden jedenfalls nie bei großen und etablierten Bands nachfragen wegen sowas. Das ist nicht unser Ding.

Auch sehr aktiv seid ihr auf der Bühne. Welche Konzert- und Festivaltermine kann man sich für die kommenden Monate bereits vormerken? 

Stefan: Für so aktiv halte ich uns gar nicht. Im Moment stehen erstmal nur zwei Konzerte an, und zwar werden wir im März in Schweinfurt und in Koblenz spielen. Mehr ist erstmal nicht geplant. Und ehrlich gesagt muss ich auch nicht jedes Wochenende irgendwo spielen. So wie es im Moment ist, reicht es mir vollkommen.

Vielen Dank! Das war meine letzte Frage. Die obligatorischen letzten Worte möchte ich Dir überlassen. Gibt es noch etwas dass Du loswerden möchtest?

Vielen Dank für das Interview, Adrian! Wir bedanken uns auch bei allen, die unser über die Jahre hinweg unterstützt haben. 

[Adrian]

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