Samstag, 23. Juni 2018

Editorial: Vinnie Paul ist tot - Ein Nachruf

Heute hat uns eine traurige Meldung erreicht. Der amerikanische Drummer Vincent Paul Abbott besser bekannt als Vinnie Paul ist im Alter von 54 Jahren aus bisher nicht bekannten Gründen gestorben wie seine Familie bekannt gegeben hat. Mehr ist aktuell nicht bekannt. Dennoch wollen wir an die Musik erinnern, die Paul in seinem Leben mitgestaltet hat und das war deutlich mehr als nur PANTERA.

Viele Jahre hat Paul zusammen mit seinem Bruder Dimebag Darrell musiziert
Pantera in den 80ern Jahren
und damit eine  amtliche Evolution durchlaufen. Anfang der Achtziger Jahr war man noch fest im Glam und Hair Metal verwurzelt und produzierte im Studio des Vaters, der glücklicherweise Musikproduzent gewesen ist und so die nötige Infrastruktur besaß, gleich mehrere Alben. Diese PANTERA-Alben waren Kinder ihrer Zeit, aber man konnte schon hier sehen, dass sich das Drumming von Paul und die Riffs von Dimebag wunderbar ergänzen.
1990 kam der Umbruch und aus den gefälligen Hardrockern wurde eine harte Groove und Neo-Thrash-Band, die ihren Härtegrad trotz wachsender Bekanntheit mehr steigerte als reduzierte. Nachdem Ende der Band 2003 startete Paul zusammen mit Dimebag eine neue Band, die zuerst auf den
Damageplan
Namen NEW FOUND POWER und kurz danach bereits unter dem Banner DAMAGEPLAN bekannt wurde. Der Begriff "New Found Power" wurde der Name der Debütscheibe. Allerdings endete das Projekt bereits im Dezember 2004 sehr tragisch nachdem Pauls Bruder während eines Gigs in Columbus Ohio von einem fanatischen PANTERA-Fan auf der Bühne erschossen wurde. Man gab zwar DAMAGEPLAN auf, aber Vinnie machte weiter und gründete 2006 zusammen mit alten DAMAGEPLAN-Kollegen und Mitgliedern von NOTHINGFACE und MUDVAYNE eine neue Gruppe namens HELLYEAH, die bis heute den Sound des amerikanischen Groove Metal mitgeprägt hat. Abseits davon hat er auch an anderen Projekten mitgewirkt und hat unter anderem mit REBEL MEETS REBEL (2006) eine großartige Rock'n'Roll-Scheibe veröffentlicht, auf der Outlaw-Country-Musiker David Allan

Coe die Vocals liefert. Hier sind auch eine der letzten Aufnahmen von Dimebag Darrell zu hören, der seine Gitarren-Parts noch vor seinem viel zu frühen Tod aufgenommen hatte. Neben seiner Tätigkeit als Drummer hat Vinnie Paul auch immer wieder im Studio gearbeitet (vorzugsweise an seinen eigenen Platten) und teilweise vom Mix bis zum Master alles selbst übernommen. 
Mit Vinnie Paul geht einer der großen amerikanischen Drummer, die den zeitgenössischen Klang des US Metal ab den Neunzigern mitgestaltet haben. Keine Frage, ohne Vincent Paul Abbott hätte sich die Southern-Metal-Szene ein ganzes Stück anders entwickelt.
Vinnie Paul wird schmerzlich vermisst werden. Ruhe in Frieden!

[Adrian]

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