Sonntag, 22. April 2018

CD-Review: Skythen self-titled

Ihr sucht nach einem Soundtrack um auf einem Chopper mit dicken Eiern quer durchs Death Valley zu cruisen? Dann ist SKYTHEN vielleicht genau das richtige für euch. Das Hamburger Trio hat gerade sein selbst-betiteltes Debüt veröffentlicht und sorgt mit viel Wüstenstaub und Distortion für das richtige Stoner Feeling an den ersten heißen Tage des Jahres.
Dieser 32-Minüter startet knackig. Der Opener 'Let The Moon Strike' ist ein
flotter Rock'n'Roller mit einer amtlichen Portion Verzerrung. Hierzu kann gerne auf Lemmy angestoßen werden. Einen Gang nach oben schaltet 'Faking Lords', das stellenweise schon fast in Speed-Metal-Gefilde vordringt, was besonders dem aggressiv-rasanten Drumming zu verdanken ist. Allerdings bleibt die Drehzahl nicht durchweg am Anschlag. Bereits ab dem vierten Titel 'Ride A Horse To Death') wird der Fuß vom Gaspedal genommen und langsam dürfen Doom und Sludge das Ruder übernehmen. Nach dem nostalgischen "Lovedawitchnowthesea" (einem waschechten 70s Retrokracher), entführt uns 'Satan's Bliss' in schlammige Downtempo-Sümpfe, die immer wieder mit einigen flotten Riffs aufgelockert werden. Das sollte vor allem Freunde von SAINT VITUS, CROWBAR und CANDLEMASS freuen. Denn in Verbindung mit den räudig-tiefen aber durchweg kraftvollen Vocals kommt hier regelmäßig Gänsehautstimmung auf und mit 'Goodspeed' erschafft man ein kraftvolles Finale, das diesem Dreher einen würdigen Abschluss bereitet. 
Eine Neuerfindung von Stoner und Sludge ist SKYTHEN zwar insgesamt nicht, aber wie man die verschiedenen Versatzstücke kombiniert, macht einfach einen Heidenspaß. Der Anfang ist etwas anarchisch und punk-rockiger ausgefallen, während gerade gegen Ende ausladende Epik und massive Soundwände das Ruder übernehmen. Das ist ein Konzept, das aufgeht und funktioniert. Das Debütalbum der Hamburger darf bei keinem Road Trip durch die Prärie fehlen und sollte Fans der genannten Referenzen auf jeden Fall interessieren. 
Seit 07.04.2018 gibt es diesen Erstling bei der Band als CD oder Download direkt im Angebot.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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