Samstag, 2. Dezember 2017

Reingehört: Eraserhead "Holdout"

Endlich wieder neues Futter von der mittelhessischen Death-Metal-Connection! ERASERHEAD legt nach und beglückt uns nach dem ausgezeichneten Debütalbum "Remnants Of Decadence" bald mit einer frischen EP, die auf den Namen "Holdout" getauft worden ist und in die wir exklusiv reinhören durften. 
Die neue Scheibe besteht aus drei Studioaufnahmen und zwei (sehr rauen) Live-Tracks, die dieses Jahr in Gießen entstanden sind. Das macht in der Summe 25
Minuten Extreme-Metal-Beschallung, die ausgesprochen gut ins Ohr geht. 'Blood Stains The Floor' kennt man bereits als Live-Version, die schon vor einiger Zeit bei YouTube veröffentlicht wurde. Ordentlich aufgenommen geht der Brecher aber noch besser ab und zeigt sein ganzes Potenzial als rasanter Groove-Deather. Der Titeltrack 'Holdout' beschäftigt sich im Anschluss mit der Geschichte des japanischen Soldaten, der noch Jahrzehnte nach dem zweiten Weltkrieg auf einer Pazifikinsel einsam die Stellung der kaiserlichen Armee gehalten hat. Um diese Geschichte zu erzählen, nehmen sich die Hessen etwas mehr Zeit und bauen auch einige leicht angeschwärzte Black-Metal-Exzesse ein. Neben wütenden Growls gibt es hier auch einige keifende Momente sowie einige Kriegssirenen, die für die passende Stimmung sorgen. Selten war vertonter Krieg so brachial wie hier. Ebenfalls historisch wertvoll ist 'Queen Of Scotts', das sich mit der Hinrichtung von Schottenkönigin Maria Stuart beschäftigt, die vor mehr als 500 Jahren wegen Verrats an der Krone hingerichtet wurde. Zutun hat man es hier mit einem schnellen, thrashender Death-Metal-Song, der ordentlich nach vorne geht und den perfekten Soundtrack für die tägliche Nackengymnastik darstellt. Dieser Titel sollte vor allem live gut funktionieren.

Insgesamt ist "Holdout" mehr als nur ein Lückenfüller, der die Wartezeit bis zum nächsten Album überbrücken soll. ERASERHEAD liefert eine handvoll toller Aufnahmen ab, die sich vor allem thematisch abseits der üblichen Todesblei-Themen bewegt. Dass die Band inzwischen gleichförmig und vor allem gesanglich monoton klingen würde (was ich bereits von ein paar Leuten in Bezug auf die Gruppe zu hören bekam), kann ich derweil nicht nachvollziehen. Man hört noch immer die eigene Note  in den Riffs und der Rhythmik heraus, die sich die Limburger von Anfang an bewahrt haben, und das Organ von Sänger Chris erinnert mich immer mehr an das wütende Gebell von GOREFEST, was beim besten Willen nichts schlechtes sein kann. Von unserer Seite aus gehen beide Daumen nach oben für dieses Mini-Album.
Die neue EP wird noch dieses Jahr erscheinen. Haltet also die Augen offen!

[Adrian]

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