Sonntag, 27. August 2017

Live-Review: Gnadenstoß und Insulter im Second Home Ennerich


Liebe Szene im Nassauer Land, wir müssen reden. Was ist denn los? Jahrelang wird sich beschwert, dass in und um Limburg herum nichts abgehen würde. Inzwischen reißt sich der lokale Kultschuppen Second Home bereits seit mehreren Monaten den Arsch auf, um euch regelmäßig Live-Musik zu liefern und was geht bei euch? Ihr taucht nicht auf! So auch wieder beim Konzert von GNADENSTOSS und INSULTER am vergangenen Samstag.

Gnadenstoß (Foto:Adrian)
Als gegen 20 Uhr der Gig von GNADENSTOSS startet ist die Crowd klein aber dennoch spielt sich die Band die Extremitäten wund und feiert mit den anwesenden Gästen eine zünftige Deutschrock-Party. Das ist nicht Jedermanns Sache (meine eigentlich auch nicht) und so sitzen einige Besucher den Auftritt über vor der Wirtschaft bis das Treiben vorbei ist. Ich bleibe bis zum Ende bei der Bühne stehen und muss den Herren zu gestehen, dass sie für Genre-Verhältnisse mehr an ihren Instrumenten leisten als vergleichbare Gruppen. Onkelz-Fans wird es darüber hinaus freuen, dass der Frontmann nicht nur optisch sondern auch stimmlich nahe an der Referenz Kevin dran ist. Textlich bleibt man Themen wie Alkohol und Zusammenhalt treu und überzeugt auf ganzer Linie Deutschrock-Freunde, die den Gig vor der Stage heftig abfeiern. 

Ich hingegen freue mich mehr über den zweiten Interpreten des Abends. Die Black-Thrasher von INSULTER aus Friedrichsdorf sind kurzfristig für SPREADING
Insulter (Foto: Adrian)
MIASMA eingesprungen, die krankheitsbedingt absagen mussten, und kommen bei den den anwesenden Extreme-Metallern deutlich besser an. Ihr Blackened Thrash Metal ist eine wunderbare Mischung aus alten DESASTER, noch viel älteren BATHORY und einem Schuss VENOM. Wer die Jungs kennt, weiß dass, sie sich immer in ihre Gigs reinhängen und auch vor zehn Zuschauern eine fette Show abziehen. Besonders Frontklampfer Alcoholic Patrolator heizt mit seinem Stage-Acting den vorderen Reihen heftig ein und bringt diese dazu ordentlich die Matten zu schütteln. An der tollen Stimmung sind aber auch starke Songs wie 'Into Battle', 'Agony' oder vor allem das göttliche 'Into The Pits Of Gehennah' nicht ganz unschuldig. Diese Riffs motivieren einfach dazu abzugehen! Aufgrund der festen Endzeit von 22 Uhr und wegen der längeren Umbaupause geraten ein paar Titel der Setlist unter die Räder (leider auch der obligatorische Rauswerfer 'Satanic Beer') - dennoch bleiben die Herren aus dem Taunus das Highlight vieler Besucher an diesem Abend.

So geht dann ein weiterer toller Konzertabend nahe Limburg zu Ende, der auch mit lediglich zwei Bands eine Menge Abwechslung geboten hat. Um so bitterer muss allerdings festgehalten werden, dass einfach zu wenig Leute aus der Umgebung den Weg nach Ennerich gefunden haben. Eine lokale Szene, die immer nach Live-Konzerten verlangt hat, präsentiert sich wiederholt weniger hungrig als sie es selbst immer vorgegeben hat. Auf der anderen Seite muss man den anwesenden Gäste ein Riesenlob für ihre Hingabe und Feierbereitschaft aussprechen. Zumindest der harte Kern macht Hoffnung, dass die Konzerte in Second Home auch zukünftig eine Menge Spaß machen werden.

[Adrian]

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