Samstag, 21. Januar 2017

CD-Review: Wound "Engrained"


Unglaubliche vier Jahre ist es jetzt schon her, dass das Debüt der Wiesbadener von WOUND erschienen ist. In dieser Zeit war es (zumindest veröffentlichungstechnisch) etwas still um die Hessen geworden. Lediglich eine Split mit den Kollegen von OBSCURE INFINITY gab es noch 2014, ansonsten blieb weiteres Studiomaterial aus. Jetzt hat das Warten allerdings ein Ende! Mit "Engrained" erscheint nun endlich das lang-erwartete Zweitwerk, das natürlich eine ausführliche Betrachtung verdient hat.
WOUND gelingt es schon mit dem Eröffnungsdoppel 'I Am Havoc' und 'The
Gateway To Madness' zu überraschen. So stellt man unter Beweis, dass man nicht vorhat das Debüt "Inhale The Void" zu kopieren. Auf allen Ebenen hat sich der Powerlevel erhöht. Ihr Death Metal ist bissiger geworden und die eingesetzten Black-Metal-Akzente sind aggressiv wie ein tollwütiger Wolfshund. Daneben beweist man mit ausgefeilten Gitarrensalven, dass man sich auch zwischen den Stühlen von AT THE GATES und CARCASS behaupten kann - allein 'Morbid Paradigm' ist ein Klassiker des (wahren) Göteborg Metals, den man bisher einfach nur vergessen hatte zu schreiben. Zum Glück konnten sich bei aller Entwicklungsarbeit die Todesmetaller trotzdem ihre unbeschwerten Crust-Beats bewahren und rocken in der Mörderwalze 'Thy Wrath & Fire' noch immer so wie sie es auch auf der ersten Demo 2012 getan haben. Geschlossen wird die Messe vom 12-minütigen Titeltrack, der noch einmal alle Stärken in sich vereint und dieses Meisterwerk morbider Klangkunst stimmungsvoll beendet.
Ein solche stilistisches Feuerwerk macht WOUND eigentlich für jeden Metaller interessant. Egal ob man sich für Melodic Death Metal, Old School Death, Black Metal oder Crust begeistern kann - man fühlt sich hier durchweg gut aufgehoben. Denn kein Aspekt des Konzepts wirkt aufgesetzt oder wie ein Fremdkörper - alle Feinheiten verbinden sich zu einem stimmigen und unverkennbaren Gesamterlebnis. Für mich gehört der Vierer zur jungen Crème de la Crème, die der Death-Metal-Szene in dieser Dekade beschert wurde. Wer von mangelnder Abwechselung im zeitgenössischen Todesstahl redet, sollte sich "Engrained" einfach mal anhören und seinen Standpunkt neu überdenken. An diesem Opus gibt es nicht auszusetzen und hier empfehle ich den Kauf nicht nur, sondern rate euch dringend zu zugreifen, denn so viel Spass hat schon lange keine Death-Metal-Platte mehr gemacht.
Seit 20. Januar gibt es dieses Monstrum im Angebot von FDA Records.

10 von 10 Punkten

[Adrian]

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