Samstag, 5. November 2016

CD-Review: God Sent Death "The Adversary"

Metal aus Japan ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Es gibt ja immer noch Menschen, die glauben, dass aus dem Land der aufgehenden Sonne nur Visual Kai oder J-Pop-Acts kommen. Allerdings hat das Inselarchipel im Pazifik mehr zu bieten als wilde Outfits, stressige Anime-Hymnen und BABYMETAL. Nein, es gibt tatsächlich auch waschechten Extreme Metal in Japan! Das sollte man zwar eigentlich bereits seit den COFFINS kapiert haben (die gibt es immerhin auch schon 20 Jahre) - aber für alle die es dennoch vergessen oder ignoriert haben sollten, hat GOD SENT DEATH (kurz GxSxDx) gerade ein neues Album auf den Markt gebracht, das auf den klangvollen Namen "The Adversary" getauft wurde.
Die vorliegende Kapelle aus Okayama bringt es inzwischen auch schon auf
stramme 14 Jahre Existenz und hat bereits einige Splits, Demos und auch schon ein selbst-betiteltes Debüt vorzuweisen. Den Mix und das Mastering hat man in den polnischen Hertz Studios erledigt und das hört man auch deutlich heraus. Denn der Death Metal der Japaner ist eine wütende Mischung aus polnischen Extremisten wie DECAPITATED, BEHEMOTH und HATE. Der schnelle, harte Todesstahl ist gespikt mit schwarzen Sprinklern aber auch ein paar melodischen Riffs. Das Schlagzeug wiederum prügelt sich in einer unbarmherzigen Brutalität durch die Botanik, dass es eine helle Freude ist. Ebenfalls schnell geht die Spielzeit vorbei. die 14 Songs beziehungsweise knapp 32 Minuten rasen atemberaubend schnell am eigenen Ohr vorbei. Nichtsdestotrotz hinterlässt dieser Dreher Spuren. Denn die Mixtur aus brutalem Death, Black Metal und spannenden Klangstrukturen bleibt hängen und auch die gutturalen Grunts helfen dabei den eigenen Charakter der Gruppe zu schärfen. In Verbindung mit einem echt fetten Sound bleiben da keine weiteren Wünsche mehr offen und GxSxDx stärkt mit "The Adversary" auf jeden Fall den Ruf der japanischen Metal-Szene - die hoffentlich in Zukunft auch im Westen den Respekt erhält, den sie verdient hat. 

Seit 2. September gibt es den Dreher auch bei uns (leider ohne X-JAPAN-Coversong) via Pulverised Records.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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