Dienstag, 5. Juli 2016

Editorial: Save Your Second Home

Die Zeiten ändern sich und das nicht immer zum Guten. Der Sinkkasten in Frankfurt heißt nun Zoom, wo durch das Programm sich nicht verbessert hat. Auch das Rock Times in Sachsenhausen existiert nicht mehr. Die ehrwürdige Live-Arena in Münster bei Dieburg ist ebenfalls nur noch eine Pop-Poser-Partybude. Und die Unrockbar in Limburg ist schon lange aus dem Nachtleben der Domstadt verschwunden. Zu viele Kneipen und Locations haben gerade in Hessen innerhalb der letzten zehn Jahre die Segel streichen müssen und als Metaller verliert man meist mehr als nur einen Gastronomiebetrieb - es sterben traditionsreiche, geschichtsträchtige Institutionen lokaler Szenen, die tiefe Wunden hinterlassen, die sich kaum schließen lassen. Damit dieses Schicksal nicht auch die beste Metal-Kneipe Deutschlands ereilt, hat nun die Besitzerin des Second Home in Runkel-Ennerich bei Limburg an der Lahn eine Crowd-Funding-Kampagne ins Leben gerufen, um diese hardrockende Bar am Leben zu halten.

Wie viele andere Locations leidet auch das Second Home unter
Die nächste Gelegenheit zum Support
Besucherschwund. Gerade das Wochenendgeschäft schwächelt - weil viele Stammgäste die Region verlassen haben und nicht mehr in der Nähe wohnen (leider kann ich mich hier nicht ausnehmen) oder viele gerade im Sommer lieber draußen feiern. Dazu kommt noch eine lange Krankheitsgeschichte der Besitzerin Anja, die die sympathische Wirtin lange außer Gefecht gesetzt und hohe Arztrechnungen produziert hat. Allerdings will die Besitzerin weiterkämpfen und ihren Traum am Leben erhalten. Und das geht zum einen über die Leetchi-Kampagne, die sie ins Leben gerufen hat und zum anderen langfristig nur darüber, dass sich wieder mehr Metaller aus der Region daran erinnern, was sie am Second, wie es die meisten einfach nennen, haben. Nirgendwo sonst empfängt auch Neulinge eine so warmherzige Atmosphäre und und auch nur wenige andere Kneipen sind so experimentierfreudig, was musikalische Themenabende (Beispiel: Piratenabend) angeht.

Seit weit mehr als zehn Jahren besuche ich diese Kneipe und verbinde unendlich viele tolle Momente mit diesen Wänden. Wenn wir also wollt, dass dieser legendäre Schuppen bestehen bleibt, dann gebt eine kleine Spende übers Netz oder verbringt mal wieder ein Wochenende im zweiten Zuhause der Metaller zwischen Taunus und Westerwald.

[Adrian]

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