Montag, 11. Juli 2016

Classic Review: Wehrmacht "Shark Attack"

Wenn man jemanden noch erklären muss, wer diese ominösen WEHRMACHT eigentlich sind, dann hat man es ganz sicher mit keinem Thrash-Metal-Fan zu tun. Denn unter den Kuttenträgern genießen die Crossover-Prügler einen Ruf, der Ihnen weit voraus eilt. Vor etwa 31 Jahren gegründet, gehören die Portländer zu den Vorreitern des sogenannten Thrashcore und verbanden als eine der ersten Metal-Acts Hardcore mit ultra-schnellem Thrash Metal. Das Debüt der Kapelle "Shark Attack" erschien erstmals 1987 und wurde seitdem mehrmals (offiziell wie auch inoffiziell) re-released.
Besonders von Bedeutung ist die Version des Perlentaucher-Labels F.O.A.D., die
den 80s-Klassiker neu mastern ließen und ihn 2010 in frischem Glanz zum strahlen brachten. Wer sich die CD damals nicht sichern konnte, hat Dank Dead Center Productions seit Februar wieder die Chance dazu, sich die räudigen und punkigen Hymnen im Stile von 'S.O.P.' oder auch 'Anti' ins heimische Wohnzimmer zu holen.
Lyrisch irgendwo zwischen Alkoholmissbrauch und Splatterromantik angesiedelt, prügeln sich die Amis ungestüm (bis chaotisch) durch ein Set aus 14 Tracks, welches das Gefühl der wilden Jahre des Metals widerspiegelt. Dieser Dreher ist ein Produkt der "Schneller, härter, gemeiner"-Ära und klingt aus heutiger Sicht schon fast zu brutal für Speed- oder Thrash-Metal-Verhältnisse. Nichtsdestotrotz strahlt "Shark Attack" gleichzeitig auch eine Bodenständigkeit aus, die heute viele Bands vermissen lassen. Der Anspruch auf große Kunst oder ein virtuoses Gesamtkonzept existiert hier schlichtweg nicht. Es geht einfach nur um den Spaß am Durchdrehen. Damit sind sie die direkten Paten von anderen Hi-Speed-Thrashern wie MUNICIPAL WASTE, FUELED BY FIRE oder VIOLATOR. Solltet ihr bisher noch nichts von diesem Album gehört haben, ändert es schnellstens. 
Denn die Betonung bei dem Namen der Urgesteine liegt aus "Macht". Wenn ihr also einen Soundtrack braucht, der euch die Gehörgänge frei pustet, dann sollte "Shark Attack" eure erste Wahl sein. 
Und Nein - nur um es noch einmal zu sagen: mit Nazis haben diese Herren ganz bestimmt nichts am Hut (auch wenn so mancher Unwissender das wegen des Namens meinen könnte).

[Adrian]

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