Freitag, 29. Januar 2016

Reingehört: Infesting Swarm "Desolation Road"

Diese Platte hatte liegt schon eine Weile bei mir herum. Allerdings konnte ich mich bis jetzt nicht dazu motivieren mich mit dem Dreher zu befassen. Unscheinbar ist das Cover. Es ist fast in Gänze in schwarz und grau gehüllt und um eine illuminierte Silhouette ergänzt. INFESTING SWARM steht in charakterlosen Großbuchstaben auf der Front und wird von dem etwas kleineren aber nicht weniger ausdrucksstarken Albumtitel "Desolation Road" begleitet. Rein von der Optik her hätte ich es für eine Scheibe des Melodic Death Metals gehalten, aber hinter der Optik verbirgt sich etwas anderes.
Schnell wird nämlich klar: hier sind Post Extreme-Metaller am Werk. Blast Beats, Schreie und Growls
treffen auf sphärische Klangwände und ausladene Melodie-Arrangements. Diesen Gegensatz kennt man von Bands wie LANTLOS und ALCEST. Auch wenn sich gerade diese Aushängeschilder der Bewegung immer mehr in Richtung Post Rock verabschiedet haben, bilden ihre frühen Werke gute Vergleichswerte. INFESTING SWARM klingt wie eine Reise ins Jahr 2011 und bringt die Höhepunkte dieser ehemals äußert inspirierenden Ausprägung des Schwarzmetalls zurück. Bindet dabei aber auch eine leicht doomige Note mit ein, die ein effektives Mittel ist um Atmosphäre aufzubauen. Das macht das Werk wiederum nur für gewisse Lebenslagen attraktiv. Wenn man herumliegen und bei Kerzenschein träumen will, ist der Opus eine reizvolle Angelegenheit mit Kopfkino-Garantie. In anderen Momenten kann man sich an den langen, monotonen Post-Passagen stoßen, in denen nur mäßig viel passiert. Gerade während der ersten Tracks wirkt das Dortmunder Kollektiv etwas träge, aber entfaltet spätestens bei 'Der Lauf der Zeit' sein ganzes Potenzial, sehnsüchtige Sound-Teppiche mit kraftvollem Metal kreuzt. Mit mehr solcher Titel können die Ruhrpottler innerhalb des deutschen Black Metals eine wichtige Stellung einnehmen. Für den Moment ist jedoch noch etwas zu viel Füllmaterial (weniger wäre auch hier mal wieder mehr gewesen) und Altbekanntes vorhanden, das auch schon andere Truppen in ähnlicher Form fabriziert haben, um in die erste Liga aufzusteigen. 

Dennoch lohnt es sich INFESTING SWARM eine Chance zu geben und Hörer, die die von den oben genannten Referenzen inzwischen nur noch enttäuscht sind sollten sich erst Recht die Ohren bei "Desolation Road" aufmachen. Die Platte ist stärker als das Artwork vermuten lässt.
Seit 30. März 2015 gibt es das Teil bei Art Of Propaganda zu erwerben.

[Adrian]

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