Samstag, 7. November 2015

CD-Review: Surtur "Descendant Of Time"

Schauen wir einmal mehr nach Bangladesch - inzwischen habe ich ein paar gute Kontakte zur dortigen Szene (nicht zuletzt durch unser Länder-Spezial) und kann euch mit SURTUR eine junge, wilde Band aus der Hauptstadt Dhaka vorstellen. 2012 durch Gitarrist Shadman Omee gegründet, bringen die vier Bengalen gerade ihre erste EP "Descendant Of Time" an den Start, die verdammt stark nach Ruhrpott duftet.
Allerdings ist der Sound aus NRW nicht die einzige Zutat in diesem
Thrash-Cocktail. Einige Einlagen an der Klampfe (wie bei 'Maggot Filled Brain') erinnern an klassischen Heavy Metal aus England, während die Vocals von Fronter Riasat ziemlich extrem und wahnsinnig daherkommen. Diese verrückten Screams sind aber hier das Salz in der Suppe und halten die Stimmung aufrecht. Das Fundament der Scheibe allerdings ist als Klanggerüst insgesamt sehr traditionell, das sich mit drei Stereotypen beschreiben lässt: Harte Stakkato-Riffs, ein durchschlagskräftiger Drum Beat und  lyrische Anspielungen auf Mord, Folter und Zerstörung. Dass bei einem solchen Werk SLAYER, KREATOR und DESTRUCTION (siehe vor allem 'Demolisher') Pate gestanden haben, muss man nicht extra dazu sagen, bis auf die erwähnten Details bleibt man nämlich in diesem Spannungsfeld und wagt sich nicht darüber hinaus. Dass muss man allerdings auch gar nicht. Die vier Asiaten machen Ihre Sache richtig gut und legen ein starkes Debüt hin, dass für das Thrash-Revival zwar ein paar Jahre zu spät kommt, was aber der Qualität der vorgelegten Scheibe keinen Abbruch tut. 
"Descendant Of Time" hält alles in allem, was der Name verspricht. Die Jungs sind Nachkommen der alten Zeit (sprich der 80er Jahre)und spielen ihren Thrash dennoch in einem zeitgemäßen Gewand: schnell, hart und leicht psychopathisch. Das geht gut runter und es bedarf auch keines Exoten-Bonus oder Ähnlichem, um ein positives Fazit zu ziehen. SURTUR ist authentisch und musikalisch ambitioniert. Die Überraschungsmomente sind zwar überschaubar, aber bei Old-School Thrash Metal ist die Redundanz Teil des Kults. Wer also besonders brutales Gedräsche mag und nicht genug Bands einer Spielart besitzen kann, sollte hier mal vorbeischauen.  
Die CD gibt es ab 13.11.2015 direkt bei der Band in limitierter Stückzahl.

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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