Dienstag, 20. Oktober 2015

CD-Review: Night Screamer "Vigilante EP"

Nach Bands aus verschiedenen Ecken der Welt, bleiben wir heute bodenständig. Es geht hier ganz schlicht um 80s Heavy Metal aus England. Soweit so normal. Allerdings lohnt ein näherer Blick bei diesem Newcomer. Denn NIGHT SCREAMER aus London ist alles andere als Massenware und beglückt uns im zweiten Jahr nach der Gründung mit ihrer zweiten EP "Vigilante". 
Treibend und mit viel hardrockender Energie im Gepäck prügelt sich der Vierer
durch die drei konstant kraftvollen Tracks. Der Sound ist klassisch und die Erscheinung traditionell, aber ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass hier ununterbrochen der Geist der 80er herumspukt (vor allem in 'Getaway' wird mit verschiedenen Melodie-Läufen herum experimentiert, die man auch teilweise in die 1990er Jahre verordnen kann - was den Titel aber keinen Deut schlechter macht, im Gegenteil, er gewinnt dadurch an Stärke). Die Briten machen es ganz geschickt und erinnern an die Vergangenheit ohne die Moderne aus dem Blick zu verlieren. Das bedeutet nicht, dass Breakdowns und Rap-Einlagen Eingang in die Songs finden, sondern das bezieht sich subtiler  auf die harte Produktion und die mehrschichtigen Song-Strukturen. Nostalgie kommt trotz allem genug ausfindig machen. Besonders die doppel-läufigen Lead-Gitarren in 'God Of War' lassen Erinnerungen an die NWoBHM wach werden. Wozu ich aber wenig sagen kann, sind die Texte. Laut Waschzettel spielt man lyrisch auf Filme der 80er an, was ich nicht unbedingt beurteilen kann, da ich eher ein Kind der 90er Jahre bin.
Alles in allem macht mir "Vigilante" von NIGHT SCREAMER eine Menge Freude. Man orientiert sich nicht zu sklavisch am klassischen Hardrock- und Heavy-Metal-Thema, ohne sich allerdings auch nicht zu sehr davon zu entfernen. Kurzum: So stelle ich mir eine moderne Old-School-Heavy-Metal-Truppe vor. Es bleibt zwar noch abzuwarten, ob die Engländer uns auch auf Albumlänge zu überzeugen wissen, aber bisher mache ich mir da wenig Sorgen. Auf dieser EP macht man nämlich so ziemlich alles richtig. 
Momentan gibt es die EP nur als Download bei der Band selbst, aber ein physisches Format soll unter Umständen noch folgen.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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