Mittwoch, 16. September 2015

Throwback Thursday: Milking The Goatmachine "Seven... A Dinner For One"

Es neigt sich der Mittwoch dem Ende entgegen und bald ist wieder Donnerstag. Das heißt es wird mal wieder Zeit für einen Throwback Thursday - ja genau, diese beliebte Kategorie mit alten Reviews aus den Vorjahren, die bei der Erstveröffentlichung kein Mensch gelesen hat. Und heute gibt es mal eine Band, die man sogar kennen kann wenn man nicht jedes selbst-kopierte Fanzine zwischen Spitzbergen und Novosibirsk gelesen hat. Es geht um MILKING THE GOATMACHINE und ihr zweites Album "Seven... A Dinner For One", das ich vor fünf Jahren noch ganz geil gefunden habe, aber mit lauwarmen Releases wie "Stallzeit" oder dem Coveralbum hat sich die Begeisterung abgekühlt und Katerstimmung eingeschlichen, aber bleiben wir in der Vergangenheit und werfen einen Blick zurück auf das zweite Album der Ziegen.
Um ehrlich zu sein finde ich dass die Hessen von MILKING THE GOATMACHINE
etwas übertreiben, wenn es darum geht ihr Ziegen-Image in Interviews breitzutreten. Allein schon den Planeten Goateborg als Heimatort  anzugeben ist (etwas zu) grenzwertig. Zum Glück ist die Musik besser als ihr Humor. Auf "Seven... A Dinner For One" bekommt man nämlich delikaten Deathgrind serviert, der sich durch eine Menge Groove und Ohrwurmaffinität auszeichnet. Die Wolf und die sieben Geißlein Thematik ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, aber die Lieder leiden darunter überhaupt nicht. Mitsingen macht auch bei so seltsamen Titeln wie 'The Wolf Is Dead' oder 'Beware Of The Wolf' trotzdem Spaß. Daneben gibt es mit 'Ding Dong' eine verdammt coole Referenz zu 'Der blutige Pfad Gottes 2'. Des Außerdem finden sich auch auf dieser Scheibe wieder interessante Coverversionen und Tribute, die sich auf bekannte Songs beziehen. Mit zum Beispiel 'Milk Me Up Before I Go Go' und 'Like A Goatmachine' finden sich starke Neuinterpretationen, die vor allem mit ansprechender Gitarrenarbeit überzeugen.

Im direkten Vergleich mit dem Debüt "Back From The Goats" wirkt "Seven… A Dinner For One" brutaler und weniger gefällig. Während auf dem Debüt noch teilweise moderne Ansätze und in manchen Momenten sogar leichte Deathcore Akzente zu finden waren, regiert hier allein Death Metal und Grindcore. Dies erkennt man bereits bei einem Blick auf die Tracklist,  17 Songs von denen viele die zweieinhalb Minuten Grenze bisweilen meilenweit unterschreiten. Das schadet allerdings dem Material nicht. Im Gegenteil. Längen und Durchhänger finden sich durch maximalen Ideenreichtum so gut wie überhaupt nicht auf der Scheibe.
Da bleibt das musikalische Schaffen von Goatfreed und Co auch bei noch so peinlichen Interviews über ihren Ziegenplaneten und bitterböse Wölfe unantastbar.  
Bei NoiseArt Records kam die Scheibe am 26.11.2010 heraus.
                                                              .                                                     
8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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