Mittwoch, 30. September 2015

CD-Review: Demon Incarnate "Demon Incarnate"

FDA Rekotz springt mal wieder über den eigenen Schatten, indem es nach OMEGA SOUL und BOVINE mal wieder einen Act herausbringt, der so gar nichts mit Extreme Metal am Hut hat. Diesmal wagen wir uns hinab in die doomigen und bluesigen Katakomben des okkulten Hardrocks. Hier finden wir DEMON INCARNATE vor, die ihr erstes selbst-betiteltes Album an den Start bringt und mit hypnotischem Sirenengesang und traditionellem Riffing der aktuellen Retro-Rockwelle den Kampf ansagt.
Der Markt für diesen Stil ist gerade schwer umkämpft. Mit den BLUES PILLS,
BLOOD CEREMONY, JEX THOTH, LUCIFER (dem THE-OATH-Nachfolger) oder auch JESS AND THE ANCIENT ONES ist die Konkurrenz nicht gerade schwach und zahlenmäßig in der Überzahl. Man sollte jetzt aber nicht den Fehler machen und hier mit einem überheblichen Lächeln abwinken. Denn im Gegensatz zu der unheiligen Gothic-Metal-Welle vor knapp 13 Jahren, ist heute mehr Substanz und Qualität im Spiel. Die meisten Vertreter  weisen einen völlig eigenen Charakter auf und klingen nicht wie Kopien einer erfolgreichen Blaupause. DEMON INCARNATE bildet keine Ausnahme und fährt neben der starken Stimme von Frontfrau Lisa ein solides Instrumentalfundament auf, das sich zwar immer wieder klassisch am 70s-Sound orientiert, aber auch diese Grundmuster mit Verzerrungen an den richtigen Stellen und viel Energie in eine metallische Sprache übersetzt ('Lifeless Eyes') ist dafür ein besonders tolles Beispiel. Der Metal-Einschlag ist allgemein höher als bei vergleichbaren Akteuren und ist das leitende Motiv des an sich auf Bluesrock und Proto-Doom fußenden Konzepts. Der veritable Aspekt an der Klangkonstruktion sind die Saiten-Hiebe aus dem Stoner- und Alternative-Bereich, die Songs wie 'Bird Of Prey' einerseits retro aber auf der anderen Seite auch sehr modern erscheinen lassen.
Etwas zu wenig Arbeit wurde dafür auf die Variabilität der Titel gelegt. Die meisten Songs unterscheiden sich nach den ersten Durchläufen kaum hörbar von einander und lassen prägnante Momente vermissen, die sich in der Hirnrinde festsetzen. Generell ist es zwar nicht schlimm, wenn ein Album wie ein langer Track klingt und aus einem Guss entstanden ist, aber es birgt auch die Gefahr, dass man am Ende nicht einen Song in Erinnerung behält. 
Insgesamt überwiegen bei einer Spielzeit von 34 Minuten aber die Vorteile und die Qualität des Albums als Ganzes überstrahlt die unterentwickelten Profile der einzelnen Lieder. Die Atmosphäre, die Gitarrensoli und Dynamik stimmen einfach und wenn man die Wertung auf das wichtigste reduziert (das Hörvergnügen), dann ist das Debüt von DEMON INCARNATE auf jeden Fall zu empfehlen. Eine Pflichtveranstaltung für alle Fans von THE DEVILS BLOOD bis SPIDERS.
Ab 02.10.2015 kann man sich diesen Dreher bei FDA Rekotz holen.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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