Samstag, 29. August 2015

Revisited-Review: Wald Geist Winter "Teufelskreise"

Der letzte Donnerstag brachte ein neues Review. Deswegen bin ich euch noch einen Klassiker schuldig und entführe euch mit ein wenig Verspätung zurück in die Vergangenheit. Der ehemalige Kollege Yoek hat sich vor knapp vier Jahren das erste (und inzwischen auch einzige) Album eines Thüringer Duos vorgenommen. Inzwischen hat sich die Band WALD GEIST WINTER leider aufgelöst, aber ihr damaliges Album "Teufelskreis" ist in jedem Fall eine Erwähnung Wert.
Der thüringische Untergrund zählt schon lange zu den qualitätsmäßig besten Schwarzstahlschmieden hierzulande. Zahlreiche Veröffentlichungen, zumeist von hohem Niveau, sprechen eine deutliche Sprache. Genau aus diesem eingeschworenen Kreis, umgeben von namhaften Mitstreitern, kommen auch WALD GEIST WINTER und liefern nach zwei Demos (2006 und 2007), wo schon bewiesen wurde, dass man das Schwarzstahl-Handwerk versteht, nun mit
"Teufelskreise" ihr lange erwartetes Debüt-Album kurz vor Jahresende 2010 ab. Die sieben Songs von etwas über 33 Minuten Spiellänge auf "Teufelskreise" bewegen sich im etwas zügigeren Mid-Tempo Bereich, der Klang ist relativ klar, lässt aber dennoch den nötigen Underground-Spirit nicht missen. Atmosphärische Gitarrenlinien bilden von Beginn an eine dichte, raue aber dennoch differenzierte Klanglandschaft mit einem melodischem Gebilde und dazu eine Vielfalt an Riffs,  angetrieben von einem kompetent ausgeführtem aber einfach gehaltenem Schlagzeugspiel, selbst bei den Vocals wird eine ganze Palette an Techniken verwendet. "Teufelskreise"   ist ein kompaktes Werk geworden, es bietet fesselnde Kompositionen und eine gehörige Portion Räudigkeit, die viele Künstler heutzutage schmerzlich vermissen lassen. Wer die beiden Demos der Band kennt wird mit Freude feststellen, dass sich das Duo nochmal enorm gesteigert hat, besonders im Hinblick auf das deutlich fokussierter wirkende Songwriting. Underground Black Metal hatte leider in letzter Zeit durch viele 'Grottenbands' den Ruf, nicht wirklich talentierte Musiker vorweisen zu können. In vielen Fällen stimmt diese These leider auch. 
Auf WALD GEIST WINTER trifft dieses aber nicht zu, sie können sich deutlich von der Masse an Bands abheben und liefern uns  mit ihren Debüt- Album "Teufelskreise" kurz vor Jahresende noch ein absolutes Highlight ab. Wer nicht viel mit Bands wie DIMMU BORGIR oder CRADLE OF FILTH am Hut hat und auf Black Metal der rohen Art steht, sollte sich unbedingt die Zeit zum Probehören nehmen.
Am 27.12.2010 erschien der Dreher bei Black Devastation Records.

8,5 von 10 Punkten

[666YOEK]

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