Mittwoch, 15. Juli 2015

Reingehört: Raging Demons "Raging Demons"


Keine Scheuklappen zu haben, ist ein viel zitiertes Symbol dafür, dass man sich nicht starr an irgendwelche Szene-Benimmregeln hält und sein eigenes Ding durchzieht. Das ist erst einmal eine positive Eigenschaft und die Death-Metaller von RAGING DEMONS sind mit ihrer ersten Demo tatsächlich nicht so schnell in eine Schublade zu stecken. Old-School Death Metal (machen Sie nach eigener Aussage) und mischen das Ganze mit Samples und dezenter Elektronik wie es auch schon SAMAEL oder HYPOCRISY getan haben. Auf dem Papier klingt, das vielversprechend, aber kann der stilistische Bastard wirklich überzeugen oder endet alles im Chaos?  Totale Unordnung herrscht hier zwar nicht, aber der erste Durchlauf  lässt mich ratlos zurück. 
Was halte ich nun von diesem Hassbatzen? Stampfende Groove-Segmente gegen sägende Black-Metal-Salven, die es mit angesprochenen Samples aufnehmen müssen, machen es schwer das Gehörte auf den Punkt zu bringen. Während nämlich dieser Mix besonders gut in 'Damnation' umgesetzt wurde und einen fetzig, rhythmischen Track ergibt, ist 'Gods Of The Dead' ein westenlich komplizierteres Werk, das seine Zeit braucht mum den Gehörgang zu knacken. Besonders da hier die eingebauten Growls etwas zu tief wabern und dadurch zu dumpf und identitätslos wirken. 'Cymech' leidet ebenfalls an seiner Vertracktheit und geht nur schwer runter. Dabei ist gerade der Peter-Tägtgren-Gedächtnismoment (ziemlich genau in der Mitte des Songs) richtig gut geworden und sorgt für die passende Atmosphäre. Nichts zu meckern habe ich in Bezug auf die Gitarren. Die Soli sitzen und da wo ihr Talent gefragt ist setzen sie es auch ein. In Ordnung ist auch die Aufnahme, die für eine Debütdemo echt gut ist, auch wenn man deutlich heraushört, dass hier kein professionelles Studo am Werk war.
 Insgesamt ist das erste Lebenszeichen von RAGING DEMONS ganz gut geworden und wird mit jedem Durchlauf besser. Meine Begeisterung reicht zwar noch nicht soweit, dass ich mir den Bandnamen auf den Bizeps tättowieren lassen würde, aber der eingeschlagene Weg ist auf jeden Fall kein Falscher. Etwas muss noch gearbeitet werden (Jungs, übertreibt es vor allem nicht mit dem Gedudel, stampft nicht so viel herum und wenn wir schon dabei sind: growlt leidenschaftlicher statt nur einem Subwoover nachzueifern), aber es sind schon schlechtere Bands berühmt geworden als diese hier. Und immerhin macht die Demo von Durchlauf zu Durchlauf mehr Spaß. Geht deswegen auf Bandcamp schaut sie euch an, ladet sie für ein paar Euro herunter macht euch selbst eine Bild von diesem Vier-Tracker.

[Adrian]

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