Sonntag, 8. Februar 2015

CD-Review: Bösedeath "Impaled From The Left"


Zehn Jahre hat es gedauert, aber endlich haben es die Darmstädter von BÖSEDEATH geschafft ein zweites Studioalbum aufzunehmen. Nach einer EP und Single gibt es also nun mit "Impaled From The Left" ein zweites vollwertiges Album der Südhessen. Fragt sich eigentlich nur noch, ob es auch in der Lage ist, Fans abseits der Slam- und Brutal-Death-Gemeinde zu begeistern. 

Natürlich sollte man Death Metal und Grindcore von vornherein nicht abgeneigt
sein, wenn man BÖSEDEATH in den Player schmeißt. Denn die vier Bösewichte bleiben seit je her ihrer Mischung aus Slam, Brutal Death und Grindcore konsequent treu. Das ist für die meisten Metaller oftmals etwas zu viel den Guten und schnell stellt sich Übersättigung ein.  Schon immer wandern die Bands der Brutal-Death-Szene auf einem schmalen Grat. Entweder verliert man sich allzu sehr in den eigenen Trademarks und kombiniert nur noch aus generischen Blast Beats, Slams und Double-Bass-Geballer simple Songs zusammen, die abseits der Die-Hard-Fans keiner mehr auseinander definieren kann, oder zieht sich selbst den Zahn und endet als zweitklassige Hardrockband mit Growls (Anmerkung: ich denke nicht, dass ich den Namen einer ganz bestimmen Kapelle noch zu erwähnen brauche).
Wo also steht BÖSEDEATH? Um ehrlich zu sein ist auch das Songwriting der Darmstädter etwas zu standardisiert. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Genre-Kollegen haben sie dann doch ein Ass im Ärmel, was sie vor einem Untergehen im Szene-Sumpf bewahrt und das ist ihr Humor. Dass die Hessen witzig sein können ist ja bekannt, immerhin nennen viele Leute, die die Band kennen, angesprochen auf den erstbesten Song, der ihnen einfällt, den Track 'Der Haas ist tot'. Und so gibt es zum Beispiel mit 'Vampire Diarrhea' (inklusive Beavis und Butthead Sample vorneweg) oder dem mundartlichen 'Voodoo In De Wäschkisch [Château Pansen Drive By]' einige (beziehungsweise ziemlich viele) Tracks, die in dieser Tradition stehen.


Insgesamt bleibt deswegen festzuhalten, dass "Impaled From The Left" das Rad des brutalen Todesbleis nicht neu erfindet. Musikalisch ist dieses Album nicht dafür gemacht, um außerhalb der Grindcore- und Slam-Death-Szene neue Fans anzuwerben, aber innerhalb dieses Feldes zeichnet es sich zumindest durch kreative Benennung der Songs und einen humorvollen Umgang mit der eigenen Lyrik aus. Und wenn alle Stricke reißen hat man vor so ziemlich jeden Song ein lustiges Intro, was auch Genre-fremde Hörer zum Schmunzeln bringen dürfte. Wie gut die Platte aufgenommen wird, ist aber eigentlich gar nicht mal so entscheidend. Denn BÖSEDEATH ist vor allem eine starke Live-Band und ein Kult im Rhein-Main-Gebiet.

Bereits seit 12. Dezember ist der Dreher bei Rotten Roll Rex erhältlich.

6,5 von 10 Punkten


[Adrian]

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