Dienstag, 20. Januar 2015

Revisited-Review: Des Teufels Lockvögel "Vanitas"


Wegen Schreibblockade gibt es heute nur Ware aus dem Archiv. Viel Spaß mit mit einem 2010er Review zu DES TEUFELS LOCKVÖGEL und ihrer EP "Vanitas".
 Beim Kauf dieser CD kam ich mir leicht verarscht vor: Zehn Euro für eine EP mit gerade mal 19 Minuten Spielzeit und einer echt billigen Aufmachung. Lieblos ist der Rundling zwischen zwei rote Pappdeckel gesteckt worden und würde selbst gegen die CD-Beilagen kleinerer Musikmagazine jeden Designcontest verlieren. Warum ich mir dann überhaupt das Teil geholt habe? Lest dazu lieber mein Review der Freienfelser Ritterspiele.
Auf jeden Fall ist "Vanitas" keine CD für Metal-Puristen und Stromgitarrenliebhaber. Vielmehr werden hier Bedürfnisse von Mittelalter Goten und Folk-Freunden befriedigt. Denn bis auf 'Heiliger Hain' besteht das Machwerk eigentlich nur aus traditionellen Stücken wie 'Como Poden', 'Scarockula' und 'La Jument De Michao'. Hingegen stellt 'Merseburger Zauberspruch II' nur vom Text her ein Traditional dar und präsentiert sich wie 'Heiliger Hain' musikalisch im Neoklassik- bis Ambient-Gewand. Stilistisch erinnern die Eigenkompositionen an HELIUM VOLA und unangenehmerweise zum Teil sogar an L'ÂME IMMORTELLE. Das mittelalterliche Liedergut wiederum weist Parallelen zu IN EXTREMO und SALTATIO MORTIS auf (kein Wunder, immerhin haben diese Truppen selbst die entsprechenden Lieder im Repertoire), einzig mit dem Unterschied dass DES TEUFELS LOCKVÖGEL weniger rockig und Gothic-affiner ans Werk gehen als ihre Kollegen.


Van Langen und Co. liefern mit "Vanitas" alles in allem eine zwar grundsolide allerdings nur durchschnittliche Folkscheibe ab, die weder von Spielzeit noch von Design oder etwa Songauswahl den Hörer vom Hocker reißt oder ihn gar dazu ermuntert sich das gleichnamige Album zu holen.

[Adrian]

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