Dienstag, 9. Dezember 2014

CD-Review: Stormvold "Third Bestial Mutilation"

Bestial Death Metal von einem Ort, wo andere Urlaub machen? Ja das geht! Die Spanier von STORMVOLD leben auf Teneriffa, einer idyllischen Insel vor den Toren Westafrikas. Hier sieht man normalerweise nur europäische Urlauber Eis schlecken und die Sonne genießen. Zwei einheimische Kanarienvögel allerdings sorgen dafür, dass mit "Third Bestial Mutilation" zum wiederholten Male ein höllischer Feuersturm über die kleine Inselgruppe im Atlantik hinwegfegt.
Drummer Taenia Solium und Multi-Instrumentalist Ebola (ein Name der zurzeit  etwas anstößig wirken könnte) bilden diese räudige Extreme-Metal-Formation und legen uns mit diesem Release erneut eine Complilation vor. Die neben der dritten Demo auch die beiden letzten EPs enthält. Neben vier bekannten Tracks bekommt man hier also auch frisches Futter.
Das nur 50 Prozent wirklich neu sind, dürfte aber die wenigsten stören, da dieser spanische Export ohnehin für die meisten Kontinentaleuropäer zum tieferen Untergrund der harten Szene zählen dürfte. Denn Bandchef Ebola war zwar schon in vielen Acts aktiv, allerdings, dürfte keiner davon der breiten (deutschen) Masse bekannt sein. Sound-technisch regiert hier ein wütender Bienenschwarm, der die meiste Zeit von dreckigen Grunts und wütenden Screams begleitet wird. Gerade das neuere Material besitzt eine deutlich klarere Ausrichtung in Richtung War Black Metal, während gerade die älteren Titel eine durchaus abgedrehte Synthese aus Death Metal, Thrash und Ur-Black Metal ergeben, wobei auch hier das klangliche Fundament eindeutig in schwarz gehalten wurde.
Glücklich wird man als steinzeitlicher Death-Metaller oder Black-Thrasher dennoch allemal! Denn dieser Longplayer zeichnet sich vor allem durch sein  rücksichtloses Geballer aus. Wer hier technische Feinheiten oder atmosphärische Melodieführung vermutet, soll woanders suchen. Denn bei dieser Abrissbirne regiert der Lärm und das ist auch verdammt gut so!



Alles in allem kann eine Band wie STORMVOLD nur als Statement verstanden werden. Ein Statement gegen Kommerz, gegen Trends und vor allem gegen totproduzierten Black und Death Metal. Extremismus definiert sich nämlich nicht nur über ein Schneller-Höher-Weiter-Streben, sondern findet sich vor allem bei Bands wieder, die dem Lo-Fi-Sound und der Demo-Kultur treu geblieben sind. 
Es spielt keine Rolle ob ihr die Songs von "Third Bestial Mutilation" mögt oder nicht, wichtig ist nur, dass ihr mit dem Erwerb der Platte (limitiert auf 1000 Stück) Ebola unterstützt, also den angeführten Musiker natürlich, nicht die Krankheit. Dieser Opus ist in jedem Fall eine gute Investition und der richtige Soundtrack um den alljährlichen Weihnachtswahnsinn zu entkommen. 
Und bevor mich noch böse Mails wegen dem Ebola-Spruch erreichen, spendet auch für den Kampf gegen Ebola (diesmal die Krankheit), aber bitte nicht mittels Band Aid, sondern lieber direkt an Ärzte ohne Grenzen, das bringt wesentlich mehr.
Seit 15. November kann man die Complilation bei Xtreem Music bestellen.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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