Sonntag, 7. Dezember 2014

CD-Review: Acid Age "Drone Shark Ethics"


Die Revival-Welle prescht voran und scheint mehr und mehr den Crossover und Thrashcore zu erreichen, denn auch die Mixtur aus Hardcore und Thrash Metal erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Ähnlich wie im Okkult-Rock, Old-School Death Metal oder dem klassischen Heavy Metal, gibt es auch hier immer mehr gute Kapellen, die uns den Sound der späten 80er und frühen Neunziger ins Ohr spülen. Eine davon ist ACID AGE aus Nordirland, die sich 2013 gegründet und seitdem zwei EPs und eine Demo zusammengeschustert hat. Ihr Full-Length-Debüt "Drone Shark Ethics" ist inzwischen auch schon fertig und ist passend zum Weihnachtsgeschäft erschienen.
Die vorliegende Platte ist durchaus ein geeignetes Weihnachtsgeschenk für alle, die sich mit dem Sound von D.R.I. oder WEHRMACHT anfreunden können. Besonders ins Auge fällt wie ungehobelt dieses Album produziert wurde. Kein Wunder, denn zum Beispiel die Drums wurden im Doghouse Studio von Punk-Legende Buck Defect aufgenommen. Es steckt aber auch sonst sehr viel Punk in dieser Gruppe. Viele Titel sind keine zwei Minuten lang und besonders die Vocals von Frontmann Jude McIlwaine können mit den psychotischen Vorbild der klassischen Referenzen locker mithalten.
Wer jetzt Individualismus vermisst und meckert, dass mal wieder nur Altbekanntes in neuen Schläuchen verkauft wird, sollte hier etwas genauer hinhören. Denn gerade der sehr hohe Punk-Anteil ist sogar für eine  Thrashcore-Truppe überraschend. Auch wenn natürlich die Nähe zu anderen 2000ern Acts wie MUNICIPAL WASTE oder GAMA BOMB immer noch klar zu erkennen ist.
Teilweise würde ich mir zwar auch mehr Alleinstellungsmerkmale wünschen, aber gerade bei einer so frischen Band ist es noch zu verschmerzen, dass der eigene Stil erst noch gefunden werden muss und die Nordiren sind zwar durchaus auf einem guten Weg befinden, aber ihr Selbstfindung noch nicht abgeschlossen ist. Zu bemängeln ist lediglich, dass manche Songs zu austauschbar sind und man eine gewisse Eigenständigkeit in den  einzelnen Kompositionen fehlt.



Insgesamt geht dieses Gesellenstück allerdings voll in Ordnung und könnte der Eckpfeiler einer neuer Crossover-Bewegung sein, die den Namen "Hyper Thrash" tragen könnte - eine Bezeichnung, die die (inzwischen) vier Mitglieder sich selbst gegeben haben. Der eigene Stil ist zwar, wie gesagt,  noch nicht ganz herausgearbeitet worden, aber die etwa 28 Minuten Spielzeit beweisen, dass hier eine hoffnungsvolle Kapelle am Werk ist. Jeder Thrasher sollte ACID AGE im Auge behalten und ein Ohr bei "Drone Shark Ethics" riskieren. Hört dabei vor allem bei 'No Place To Skate' genauer hin, denn ich habe, das Gefühl dass hier stellenweise Riffs aus 'Welcome To Hell' von VENOM verwurstet wurden, was aber umso besser zur eingangserwähnten Revival-Welle passen würde.
Seit 14. November gibt es das erste Album von ACID AGE bei Witches Brew.

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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