Donnerstag, 28. August 2014

CD-Review: Ordo Inferus - "Invictus Et Aeternus"


ORDO INFERUS: 2012 als interkontinentales Allstar-Ensemble gegründet mit Musikern von DISMA/ FUNEBRARUM, NECROPHOBIC und EXCRUCIASTE brachte man die im letzten Jahr die durchaus gut angenommene EP "Damnati" auf den Markt. Danach hatte sich das interkontinental aber auch schon wieder erledigt.
Denn Daryl Kahan verließ die Band und wurde am Bass durch Hempa Brynolfsson ersetzt, den man zum Beispiel auch aus CARBONIZED kennen könnte. Auch Gitarrist Martin Halfdan verließ die Band, wurde aber durch einen weiteren Mann aus dem NECROPHOBIC-Fundus, Sebastian Ramstedt, der auch schon bei NIFELHEIM mitspielen durfte, ersetzt. Nach diesem munteren Personalkarussell stieg natürlich die Spannung, ob das Album die in es gesetzten Erwartungen erfüllen kann.  "Invictus Et Aeternus" spielt sich konzeptionell im alten Rom ab, was sich auch in den lateinischen Liedtiteln wiederspiegelt.
Die Lyrics sind zwar leider trotzdem auf Englisch, aber das Latein ist auch nicht unbedingt dafür bekannt, eine hochmelodische Sprache zu sein, die prädestiniert dafür ist, gesungen zu werden. Musikalisch bewegt sich das Quartett natürlich immer noch im Old-School-Death-Metal, der relativ wenige Kompromisse eingeht. Die im Promotext versprochene Epik entgeht mir zwar größtenteils, aber dass man mehr Wert auf Songwriting denn auf moderne Brutalität legt, wird mehr als deutlich. Los geht es mit einem quietschenden Instrumental, dass einen auf den ersten Track 'Lingua Silentium' vorbereitet. Ein eher stampfend orientierter Song, der aber vor allem durch schrecklich langweiligen Gesang glänzt. Die Gitarren zaubern zwar schöne Riffs und Melodien, aber der Gesang will mir hier so gar nicht gefallen, weder die versprochene Epik noch irgendeine Art von Finsternis schafft der Grunzer hier rüberzubringen. Der nächste Song ist ihm da schon etwas besser auf den Leib geschnitten, und 'Io Saturnalia' liefert auch zumindest mancherorts ein wenig Epik. 'Damnati' ist ja einigen sicherlich schon von der EP bekannt, und drückt das Bisherige für Old-School-Death schon im höheren Bereich angesiedelte Tempo direkt nochmal ein wenig nach oben. Nach einem weiteren Instrumental-Song bremst 'Divinatio Tusculana' aber sehr gehörig ab und spielt sich zu Beginn in doomigen Gefilden ab, bevor man im weiteren Verlauf ins Midtempo übergeht, das man auch im Rausschmeißer 'Decimatio' einigermaßen beibehält. Obwohl man hier leider schon wieder etwas auf die Tube drückt.

Schade, war 'Divinatio Tusculana' doch der meiner Meinung nach gelungenste Song des Albums. Aber auch hier fällt leider auf, dass der Sänger in seiner Leistung wie eigentlich auf dem gesamten Album etwas hinter seinen Kollegen zurücksteht. Was bleibt also insgesamt übrig? Ein ordentliches Death-Metal-Album, das römisch konzipiert wurde, schwedisch klingt und ordentlich reinläuft. Der Sound ist druckvoll, klar und relativ modern, was meiner Meinung nach nicht perfekt zum geschichtlichen Konzept passt, aber immerhin gut umgesetzt wurde. Wenn die Band sich mehr auf Epik und Langsamkeit besonnen hätte wäre vielleicht etwas mehr bei rumgekommen, 'Divinatio Tusculana' zeigt jedenfalls starke Ansätze, und auch 'Decimatio' ist eigentlich jedem Song im ersten Albumteil überlegen. Wenn die Herren auf den letzten beiden Songs aufbauen, bin ich sehr gespannt was da noch kommt, wenn eher die erste Hälfte für den kommenden Weg steht, werde ich den wohl nicht wirklich mitgehen wollen.
Seit dem 25. August kann die neue Scheibe von ORDO INFERNUS über

Doomentia Records  bezogen werden.
 
6,5 von 10 Punkten

[Nezyrael]

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