Montag, 9. Juni 2014

CD-Review: Ending Quest "The Summoning"

Es ist schon witzig wie sich die Geschichte manchmal wiederholt. Anfang der 90er waren es die USA und Schweden, die hauptsächlich dafür verantwortlich waren, dass gute Death-Metal-Kapellen in der Szene unterwegs waren. 2014 gibt es zwar auch viele andere Länder, die einen lebendigen Todesblei-Untergrund haben (sowie Deutschland zum Beispiel), allerdings ist und bleibt die schwedische Bewegung federführend bei der Produktion qualitativ hochwertiger (wenn auch manchmal etwas gleichförmiger) Debütalben. Mit ENDING QUEST schickt sich nun eine weitere Band aus Stockholm an über F.D.A. Rekotz die Gebiete südlich von Ost- und Nordsee zu erobern. Werfen wir also mal einen näheren Blick auf "The Summoning".
Die ersten Takte des Openers 'Black Death' lassen den geneigten Hörer direkt
an DISMEMBER denken und schüren die Befürchtung, dass es sich bei diesem Longplayer mal wieder um einen lauen Aufguss skandinavischer Klassiker handelt. Zum Glück ist diese Angst in vielen Bereichen  unbegründet, auch wenn einige Querverweise vorhanden sind ('Eradicate' kling sehr stark nach alten ENTOMBED).
Allerdings ist aufgrund der eher amerikanisch-geprägten Growls und dem ziemlich heftigen Schlagzeugspiel eine gewisse Eigenständigkeit zu beobachten. Bei den Gitarren ist dafür leider umso weniger Individualität zu verzeichnen. Nicht nur, dass man mit 'Voices' einen Song am Start hat, der genau wie ein Titel der ENTRAILS heißt, auch die Riffs erinnern generell sehr stark an die Landsmänner. Technisch ist das Gitarrenspiel einwandfrei und auf einem recht hohen Niveau, endgültig vom Hocker reißt es mich aber wegen der zu großen Nähe zu den Referenzen meist  nicht.
Dafür gibt es dann aber auch wieder ziemlich starke Tracks wie 'Grotesque Abolishment', die sich durch eine heftige Portion Morbidität auszeichnen und mit einer obskuren Melodieführung zu überzeugen wissen. Ebenfalls recht positiv fällt 'Destruction Of The Firmament' auf und macht mir vor allem wegen dem heftigen Groove-Faktor eine Menge Spaß.




Insgesamt fällt es mir schwer ein eindeutiges Fazit zu ENDING QUEST zu ziehen. "The Summoning" ist ein tolles Schweden-Death-Album mit viel Atmosphäre und Musikern, die etwas von ihrer Arbeit verstehen. Auf der anderen Seite bleibt man fast durchgängig im eigenen Erwartungshorizont hängen und traut sich an zu wenigen Stellen das bekannte Fahrwasser des Elchtods zu verlassen. Klar, einige amerikanische Anleihen sind vorhanden, aber insgesamt bleibt es einfach eine archetypische Portion Schwedentod. Kurzum: Die Qualität der Musik ist sehr hoch, aber ihre Originalität weniger. Fans des klassischen Schwedenstahls können bedenkenlos zu greifen und kommen voll auf ihre Kosten. Alle anderen metallischen Extremisten empfehle ich vor dem Kauf eine genaue Hörprobe.
"The Summoning" selbst kann ab dem 20. Juni bei F.D.A. Rekotz erworben werden.

7 von 10 Punkten

[Adrian]

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