Sonntag, 12. Januar 2014

Lesetipp: Mein Konzertjahr 2013 - Part II

Drei Konzerte auf der ersten Hälfte von 2013 hatten wir beim letzten Mal begutachtet. Nun ist die zweite Jahreshälfte an der Reihe. Diese wird zwar weitestgehend von Festivals dominiert, aber  spätestens wenn es wieder kalt und dunkel in Deutschland wird, schlägt auch wieder die Stunde der Hallenveranstaltungen. Hier nun also der zweite Teil unseres Konzertjahres 2013.

Im Sommer  haben sich die Amerikaner von SKELETAL REMAINS durch Europa gekämpft und haben neben großen Festivals wie dem Party.San Open Air auch kleine Locations wie das Jugendzentrum in Bingen beehrt. In der beschaulichen Weinstadt am Rhein, wo metallisch gesehen normalerweise nicht viel abgeht, wurde im Juli  zu starken Tracks vom Debüt der Band ("Beyond The Flesh") Party gemacht. Allerdings waren die Westküstenbewohner nicht die Einzigen, die an diesem Abend die Bühne rocken. Unter anderem waren auch die Hunsrücker Thrasher von IMPACTOR und die Extremisten von BLASPHEMY am  Start und sorgen für ordentlich Alarm. Erfreulich günstig waren die Getränkepreise, die mit etwa einem bis zwei  Euro pro Bier und 20 Cent pro 0,7er Flasche Wasser unschlagbar waren. Allerdings hatte dies auch Nachteile. Mein Alkoholkonsum war irgendwann so groß gewesen, dass ich auf einer angeranzten Couch vor dem Venue eingepennt bin und die meisten lustigen Geschehnisse des Abends verpasst habe. Jedoch war ich dann wach genug um stundenlang am Bahnhof in Bingen auf die Rückfahrt zu warten. Nichtsdestotrotz ein denkwürdiger Abend.



PENTAGRAM – Schlachthof / Wiesbaden
Im Oktober wurde es dann voll im Schlachthof in Wiesbaden. Die kleine Räucherkammer der hessischen Lokalität wartete mit einem besonderen Highlight auf. Die Altmeister des Doom Metal PENTAGRAM gaben sich die Ehre und fast alle wollten kommen. Verzweifelt suchten Leute noch nach einer Karte, um reinzukommen. Allerdings gelang es nicht jedem und viele mussten unverrichteter Dinge wieder heimfahren.  Wer aber reinkam, bekam eine tolle Show geboten, die viele alte Hits und Gassenhauer der Band zu bieten hatte. Es ist zwar von der Ursprungsbesetzung nur noch Bobby Liebling übrig, aber das Charisma des kleinen alten Mannes ist dennoch so stark, dass man diesen Umstand nicht sonderlich störend findet. Insgesamt ein magischer  Abend.



GHOST – Schlachthof / Wiesbaden
Noch mal Wiesbaden und noch ein denkwürdiger Abend. Die derzeit beste Retro- bzw. Okkult-Doom-Band GHOST (B.C.) hält eine Messe zusammen mit ihren Messdienern von  THE OATH  und viele Jünger erscheinen trotz Dauerregens und des Termins mitten in der Woche. Die Show ist stimmungsvoll, dem Konzept der Band angemessen und auch die Setlist umfasst alle Hits der letzten Alben. Hier kann man wirklich nicht meckern und viel Beschreibung bedarf ein GHOST-Konzert auch nicht. Man muss einfach selbst mal dort gewesen sein.  Zum Glück die Schweden sehr aktiv an der Live-Front. Diskussionen um die authentische Mystik (die online während der Tour immer wieder aufkommen) halte ich persönlich für müßig. GHOST nehmen das was sie machen Ernst, was aber nicht heißt, dass sie Religionsstifter sein wollen. Sie liefern eine gute Show ab und erschaffen eine finstere Stimmung, aber echten Satanismus sollte man hier nicht erwarten. So eine Einstellung ist aber jenseits der Pubertät sowieso mehr als peinlich und führt zu Kopfschütteln. GHOST sind zwar nur Rock’n’Roll, aber mir gefällt es trotzdem.






[Adrian]

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