Donnerstag, 28. November 2013

CD-Review: Sol Negro "Dawn Of A New Sun"

Hinter den Black-Doomern SOL NEGRO steckt eine bewegte Geschichte. Die Musiker haben sich ursprünglich in den Neunzigern in Mexiko formiert und sind später nach einer Migration in die USA, Besetzungs- und Namenswechsel zu dem geworden was man seit etwa 1998 als SOL NEGRO kennt. Nach fünf Jahren Pause kommt mit "DawnOf A New Sun" auch die dritte Langrille auf den Markt und geht unbeirrt eigene Wege.

Das klangliche Fundament ist zwar eindeutig als Schwarzmetall zu identifizieren, aber ohne 180 BPM wie man es zum Beispiel von vielen Kapellen aus Skandinavien etwa gewohnt ist. Als Vorbild sehe ich hier einerseits Bands der ersten Welle wie CELTIC FROST oder BATHORY (gesanglich erinnert es hingegen eher an frühe SAMAEL). Abgeschmeckt wurde das Soundgerüst mit einer ordentlichen Portion Unkonventionalität und Progressivität (wie man bei '9th Conjuration' gut heraushört).

Das hier relativ ungezwungen mit Genre-Einflüssen umgegangen wird, ist sicherlich nicht zuletzt der amerikanischen Wahlheimat geschuldet. Denn Bands, die in den Staaten musizieren werden mit der Zeit ja gerne mal mutig und schauen unbeschwert über den Tellerrand (wie zum Beispiel NACHTMYSTIUM oder AGALLOCH). Wer es hingegen eher schwedisch mag, sollte sich 'Nuclear Sentinel' anhören und auf die DISSECTION-Zitate achten. Auch sehr cool ist der Heavy-Metal-Einschlag in 'They Came From Darkness', der dem ganzen Album einen ordentlichen Old-School-Anstrich verleiht. Vor allem jemand wie Fenriz von DARKTHRÖNE würde hier seine helle Freude haben.
Vor allem in der zweiten Hälfte der Langrille regiert dann aber vollends die singende Gitarre, die immer wieder den schwarzen Lava-Sound durchbricht und Songs wie 'Where Flies The Raven' zu echten Highlights macht.


Insgesamt sind aber alle Tracks durchweg gut hörbar und Längen schleichen sich so gut wie nie ein. "Dawn Of A New Sun" ist definitiv ein Geheimtipp für alle Befürworter des USBM. Trotzdem  sollten sich auch andere Schwarzmetall-Traditionalisten, die es unorthodox mögen, den Namen SOL NEGRO auf den Wunschzettel schreiben. Chaos Records legt das Werk, das ursprünglich nur als Tape zu haben war, nun auch als CD und Vinyl neu auf und steht passend zu Weihnachten ab Dezember zur Bestellung bereit.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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