Montag, 11. November 2013

CD-Review: Mord A'Stigmata "Ansia"

 
Kosmisch, doomig, psychedelisch, progressiv oder auch düster. Es gibt viele Adjektive mit denen man den Sound von MORD A'STIGMATA beschreiben kann, aber diese Band ist vor allem auf der aktuellen Scheibe "Ansia" mehr als die Summe dieser Attribute.
So ganz weiß ich auch nicht wo ich diese schwarze Kollage einordnen soll, aber eines ist sicher: der Sound der polnischen Truppe bewegt sich außerhalb gängiger Szenenormen. Denn trotz des ultra-schweren Sounds und der zum Teil beklemmenden Langsamkeit dieser Kapelle wäre es vorschnell sie einfach als metallifizierte Sludge-Band zu klassifizieren. Denn kalte schwarzmetallische Riffs mischen sich hier mit einem keifenden Organ und aggressiven Ausbrüchen. Alptraumhaft führen einen die überlangen Songs (drei von fünf Songs sprengen die zehn Minuten Marke) durch einen Irrgarten aus sich ständig wandelten Horror-Fantasien, die durch Dissonanzen und starke Verzerrungen entstehen, die wiederum die innere Unruhe befeuern und einen erdrückenden Zustand der Trance erschaffen.
Lässt man sich auf dieses Album ein, nimmt einen selbst recht schnell gefangen und schleudert den eigenen Geist zwischen trügerischer Ruhe und wildem Chaos hin und her.
Trotzdem kann man bei all dieser Wirrheit auch stets ein wiederkehrendes Muster erkennen. Die Songs starten meist minimalistisch und steigern sich allmählich zu einer wilden Ektase, die auf ihrem Höhepunkt unbändig und wild erscheint, aber ebenso rasch auch  wiederabflaut und in dem einführenden Motiv mündet, das den Reigen von Neuem eröffnet. Wie in einer Lavalampe steigen die musikalischen Magmarblasen immer weiter nach oben und fallen am höchsten Punkt wieder ab um sich erneut zu erheben.
"Ansia" ist sicher kein Album was man immer hören kann aber es passt perfekt zu gewissen Stimmungen. Es ist sehr abwechslungsreich und bricht zum Teil wie ein Gewitter über den Hörer, um dann ebenso unerwartet wieder in einer Mischung aus Post Rock, ambienten Kängen und Doom zu verschwinden. MORD A'STIGMATA sind alles außer leichter Kost und zum Teil sogar recht anstrengend, trotzdem lohnt es sich mit der Band zu beschäftigen. Sie spannend und sehr unkonventionell. Die perfekte Kost für Schwarzheimer, die Kollegen wie DEATHSPELL OMEGA und vor allem BLUT AUS NORD (mit diesen Franzosen kann man die vorliegende Band tatsächlich noch am besten vergleichen) nicht abgeneigt sind.

"Ansia" gibt es seit dem 29. Oktober bei Pagan Records zu erwerben, wer es anspruchsvoll mag, sollte zu greifen. Wenn dennoch Unsicherheit besteht, bei Bandcamp gibt es auch einen Stream des ganzen Albums vorab!

7,5 von 10 Punkten
[Adrian]

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