Montag, 21. Oktober 2013

Revisited-Review: Motörhead "The Wörld Is Yours"

Dieser Tage ist das neue Album von Lemmy und Co erschienen. Das muss man natürlich gebührend zelebrieren! MOTÖRHEAD kann man nicht einfach mit nur einem Review abspeisen und weiterziehen. Deswegen servie ich vorab meine Rezension zum Vorgänger "The Wörld Is Yours", während ich mich eindringlich mit dem neuen Output "Afterschock" beschäftigen werde, der auf Anhieb einen verdammt guten Eindruck macht (eine fette Symbiose aus ganz frühen und aktuellen Werken von Lemmy). Das untenstehende Review hab ich übrigens kurz nach Release des Vorgängers geschrieben und war ziemlich beeindruckt von dem Monolithen. Nichtsdestotrotz teile ich auch drei Jahre nach Release noch immer die folgenden Ansichten. Abgesehen davon wäre es ohnehin Blasphemie MOTÖRHEAD zu kritisieren!

So war das damals...
Viele Journalisten, Musikfans und Kollegen haben Motörhead schon seit langem abgeschrieben. Deswegen verwundert es auch kaum, dass die letzten drei Alben der Altrocker  ("Motörizer", "Kiss Of Death" und "Inferno") schon kurz nach Veröffentlichung nur noch wenig beachtet wurden.
Eigentlich schade, denn seit der Jahrtausendwende hauen Lemmy und Co hauptsächlich Qualitätsarbeit heraus. Eine Möglichkeit um die trotzdem anhaltende Ignoranz zu erklären ist wohl einmal der Legendenstatus der Klassiker wie "Overkill" oder "Ace Of Spades"  und die damit einhergehende Annahme dass MOTÖRHEAD damit bereits alles gesagt hätten, was zu sagen wäre.
"The Wörld Is Yours" zeigt diesen Vorurteilen selbstbewusst den Stinkefinger und zieht sein Ding dementsprechend schnörkellos durch. Das Motto lautet hierbei "Von Rock’n’Roll zum Metal und zurück". Denn die neuste Motörhead-Langrille beginnt mit 'Born To Loose', 'I Know How To Die' und 'Get Back In Line' brutalst rockig und groovend. Die Stücke erinnern an lockere Nummern wie 'Going To Brazil' oder 'Motörhead'. 

Wer nun aber denkt dass es kein entkommen aus den Rockabilly Rhythmen gibt irrt sich gewaltig. 'Waiting For The Snake' bereitet mit vermehrter Metal-Schlagseite den Boden für 'Brotherhood Of Man' vor. Dieser Song überrascht wohl jeden Hörer durch seine stampfenden und tief-gestimmten Gitarren. Selbst der sowieso sehr Bariton trällernder Lemmy geht noch mal um einiges tiefer  und röchelt geradezu die Lyrics des martialischen Anti-Kriegs-Songs ins Mikro. Ich scheue mich auch nicht zu sagen, dass dieser Track gar in Death’n’Roll Revieren wildert. Ungewöhnlich für Motörhead aber dennoch eine Großtat!
Auch das folgende 'Outlaw' ist ein lupenreiner Heavy Metal Kracher, dessen Strophen stampfend und aggressiv um die Ecke komme, während der Chorus sehr catchy ist. Im letzten Drittel der Scheibe wandert Sound erneut in Richtung Rock’n’Roll ab und findet im Abschluss-Track 'Bye Bye Bitch Bye Bye' seinen rockenden Höhepunkt.
 Allen Songs gemein ist aber trotz aller stilistischen Unterschiede ein wunderbares Arrangement und Phil Campbells virtuoses Gitarrenspiel. "The Wörld Is Yours" ist ein typisches Motörhead Album, hat aber auch viel Abwechslung abseits der Trademarks zu bieten. Dennoch bezweifle ich, dass aufgrund der obengenannten Vorurteile, die neue Scheibe ähnlich wenig Beachtung finden wird wie seine direkten Vorgänger.


8 von 10 Punkten

[Adrian]

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