Freitag, 26. Juli 2013

Revisited-Review: Inquisition "Ominous Doctrines of the Perpetual Mystical Macrocosm"

Im ersten Jahr des Blogs haben wir in der Weihnachtszeit einen Adventskalender päsentiert. Täglich wurde bis Weihnachten ein neues Review veröffentlicht. Auch Kollege Amarok hatte hierbei Beiträge geschrieben und hat sich dabei mit "Ominous Doctrines of the Perpetual Mystical Macrocosm" von INQUISITION beschäftigt, eines der Black-Metal-Highlights des Jahreswechsel 2010/11 (das sehen zumindest die meisten Schwarzmetaller so, ich persönlich bin nie so richtig warm geworden mit INQUISITION). 

So war das damals...
Während ich diese Zeilen schreibe höre ich das erste Mal in die neue INQUISITION rein. Ein Intro spart man sich (Goat sei Dank) und startet direkt mit einem rohen Mix aus basslastigen Gitarren und eisigen Riffs, schnell ergänzt durch Dagons legendäres, morbides und nahezu spirituelles Röcheln. .
Schnell wird klar, dass "O.D.o.t.P.M.M." (Anmerkung der Redaktion: Das nennst du Abkürzung?) in der Klangkulisse mindestens doppelt so stark ausgefüllt ist wie einige Vorgängerscheiben, ohne jedoch die Atmosphäre, welche INQUISITION seit jeher ausmacht zu vernachlässigen."Lucifer, punish your enemies, oh lord of the night … punish them all!" startet das zweite Stück 'Command Of The Dark Crown'. Diese Scheibe ist nicht zum stillen zuhören gedacht; wenn sie dieses Werk im Jahre 2011 und auch in Zukunft live aufführen kann sich keiner mehr hinter verschränkten Armen verstecken.

Mit 'Desolate Funeral Chant' überraschten INQUISITION schon 2010 auf dem Kings of Black Metal die dunklen Horden. Ohne viel nachzudenken erkennt man dieses höchst atmosphärische und desolate Stück wieder, wenn man es einmal vor der Bühne anpreisen durfte. Als längstes Stück der Platte ist es immer noch nicht lang genug. 'Cosmic Invocation Rites' knüppelt dafür wieder gnadenlos drauf los. Keine Zeit für Entspannung und emotionales Gehabe; dieses Stück hat Eier und geheult wird später.
(Immer wieder surreal, wenn man sich zwischendurch daran erinnert, dass das musikalische Todesschwadron INQUISITION aus grade mal zwei bierbäuchigen Kolumbianern besteht). Mit 'Upon The Fire Winged Demon' eröffnet sich ein Track mit der größten multitonalen Fülle, ein dichter Sound, dynamisch und einfach nur mitreißend. Anschließend wird es noch mal richtig atmosphärisch mit dem Titelsong. Damit führen INQUISITION die Tradition fort, dass jeder Titelsong zu Recht auf dem Album thront.
Um mich nicht während der letzten Songs komplett in Spiritualität zu verlieren, schließe ich schon mal ab: Dieses Album muss man haben, genauso wie man die Band live erleben muss.
Heil INQUISITION dem 'Andiente Cult' und diesem Album!

10 von 10 Punkten

[Amarok]

Und heute?
Ich bin immernoch kein Fan von INQUISITION, aber inzwischen respektiere ich das (süd)amerikanische Duo. Meine Lieblingsband werden sie zwar nie werden, aber immerhin setzen sie ihr Konzept konsequent um und spielen dreckigen und räudigen Black Metal, der nichts mit dem schnulzigen und weinerlichen Arien so mancher französischen Gruppe zutun hat. Das Review ist wie eigentlich alle Gastbeiträge super zu lesen und besticht durch ein pointierten Stil.
 Dass gleich fünf Mal der Bandname auftaucht, ist vielleicht etwas redundant, aber das sorgt in Zeiten in denen man alles über Google sucht zumindest für eine verbesserte Auffindbarkeit bei der Internetsuchmaschine.

[Adrian]

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