Montag, 29. Juli 2013

CD-Review: Terminal Prospect "Redefine Existence"

Ist Schweden wirklich so ein langweiliges Land, oder woran liegt es, dass alle Schweden so gut Gitarre spielen können? Woran es auch immer liegen mag, die Saitenfraktion von TERMINAL PROSPECT scheint einen guten Lehrmeister gehabt zu haben, ansonsten wären die Lieder ihres zweiten Albums, "Redefine Exsistence", wohl kaum so eingängig ausgefallen.
Der mittlerweile zweite Langspieler, nach dem im Jahre 2007 erschienenen Album "Absence Of Light", feuert in einer guten halben Stunde sein gesamtes Arsenal einer gut funktionierenden Mischung aus melodischem Thrash/ Death Metal auf den Hörer ab. Dabei sorgt vor allem das melodische Riffing in der ersten Hälfte des Albums dafür, dass man schnell in den Stiel der Band hineinfindet. Die Songs sind durchweg eher im gehobenen Mittelfeld der Tachonadel angesiedelt und liegen meist deutlich unter der Dreiminutenmarke.
Dadurch wirkt das Songmaterial sehr kompakt und knackig. Lediglich drei Tracks gehen über eine Länge von vier Minuten hinaus. Zu diesen ist zu sagen, dass sie zwar durchaus gut funktionieren, der Band aber gerade die kürzeren Stücke, nicht zuletzt wegen den druckvollen Drums, etwas besser gelingen und daher auch vorzuziehen sind. Die zweite Hälfte des Albums wird zuvor von einem instrumentalen Interludium ('Unfortunately Not') eingeleitet und legt in Sachen Härte noch eine Schippe drauf. Weniger melodisch und gleichzeitig etwas brutaler als zuvor, sorgen die Titel nun für den gewissen Mitnickfaktor. Man hat geradezu den Eindruck, dass hier mehr dem melodische Death Metal als wie in der ersten Hälfte dem melodischen Thrash Metal der Vortritt gewährt wird. Funktioniert ebenfalls prächtig! Dazu passend gewählt ist die gesangliche Darbietung. Gekreische, Gekeife oder vielleicht doch eher Geschrei? Egal wie man es bezeichnen mag, der Frontmann/ Gitarrist Kristian Norelius scheint es jedenfalls ganz gut zu beherrschen und erinnert dabei doch recht stark an CHILDREN OF BODOM und deren Schreihals Alexi Laiho. Daran mögen sich die Geister scheiden, songdienlich ist es allemal.

Wie sich aus den bisherigen Zeilen ablesen lässt, darf man also die Musik von TERMINAL PROSPECT unter anderem diesem allumfassenden Genre des Melodic Death Metals zuordnen und bewegt sich damit im Bereich von IN FLAMES, AT THE GATES oder den bereits erwähnten CHILDREN OF BODOM. Dabei mögen viele Bands gut und noch viel mehr Bands schlecht sein und gerade diese sprießen wie die Pilze aus dem Boden. Im Gegensatz zu diesen muss man allerdings sagen, dass TERMINAL PROSPECT schlichtweg zu viel drauf haben, als das sie in der absoluten Belanglosigkeit untergehen würden. Sicherlich fehlen hier und da die Einzigartigkeiten noch, die man als Trademarks verbuchen könnte, aber wir befinden uns auch leider nicht mehr am Anfang der Neunziger. In diesem Sinne, solide Arbeit uns solides Album.
Wer sich das Album zulegen Möchte, kann es bei Gravity-Entertainment für sehr faire sechs Euro erstehen.

7 von 10 Punkten

[Lukas]

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